A1-Rheinbrücke bei Leverkusen: Viele ausländische Lkw-Fahrer ignorieren Sperrung

A1-Rheinbrücke bei Leverkusen : Viele ausländische Lkw-Fahrer ignorieren Sperrung

Trotz des seit Mitte Juni geltenden Verbots für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen fahren in Spitzenzeiten immer noch mehr als 1000 Lkw pro Tag über die Leverkusener A1-Rheinbrücke. Der Anteil der ausländischen Lkw-Fahrer liegt bei etwa 65 Prozent.

Seit Wochenbeginn verstärkt die Autobahnpolizei Köln nochmals die Kontrollen. Im besonderen Fokus steht dabei der Schwerlastverkehr, der durch die Spezialisten des Verkehrsdienstes intensiv kontrolliert wird. Seit Ende Juni werden die zu schweren Lastwagen von den "Gewichts-Blitzern" auf der Rheinbrücke registriert. Gegen die Fahrer wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Da bei der Missachtung des Verkehrsverbotes ein vorsätzliches Verhalten angenommen werden kann, müssen die betroffenen Lkw-Fahrer mit einer Verdoppelung des Regel-Bußgeldes auf 150 Euro rechnen.

Am Dienstag war die marode Brücke kurzzeitig sogar nur einspurig befahrbar: Die Autobahnmeisterei Leverkusen hat die Brückenränder gekehrt, damit Regenwasser gut abfließen kann. Laut Norbert Palm von Straßen.NRW stand dabei ein Verkehrsschild im Weg, so dass eine Spur gesperrt werden musste. Außerdem werden seit Dienstag die alten Betonschutzwände in Fahrtrichtung Dortmund abgerissen: "Wir schaffen Platz für die Verstärkungsbleche", sagt Palm. Damit will man im Lauf der nächsten Woche fertig sein. Sperrungen sind nicht vorgesehen, sollen aber falls doch nötig, nachts stattfinden.

Derweil gehen die Erkundungsbohrungen für die neue Rheinbrücke weiter. Straßen.NRW hatte Mitte Februar mit den ersten Probebohrungen neben der A1 zwischen Niehl und Leverkusen-West begonnen. Mittlerweile sind linksrheinisch in Köln-Merkenich rund 60 von insgesamt rund 100 Bohrungen vorgenommen worden. Rechtsrheinisch stehen bis zum Herbst etwa 140 weitere an. Die meisten liegen Nahe der Dhünn und in der Altablagerung Dhünnaue. Für das Leverkusener Rheinvorland sind nur Wenige vorgesehen.

"Die Bodenproben liefern Aufschlüsse über den Baugrund. Insbesondere interessieren uns das so genannte Tragverhalten und die Beschaffenheit des Bodens. Daraus können wir ableiten, wie die neue Autobahn und die neue Rheinbrücke im Untergrund verankert werden können. Weiterhin können wir dann die Kosten, die bei den zu untersuchenden Trassen- und Gründungsalternativen anfallen, genauer bestimmen", sagt Christoph Jansen, Projektleiter bei Straßen.NRW für den Autobahnausbau. Die bislang vorgenommenen Bohrungen sind noch nicht komplett ausgewertet. Allerdings rechnen die Experten nicht mit "Überraschungen" im Boden.

Ende Juni hatten die Experten ihre Pläne für den Brückenneubau vorgestellt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So laufen die Lkw-Kontrollen auf der A1-Rheinbrücke

(irz)
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