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Verkehrsunfallstatistik für Leverkusen

Verkehrsunfallstatistik : Polizei setzt auf mehr Schutz für Radler

2019 gab es weniger Unfälle, aber mehr Tote und Schwerverletzte. Helme sollen Unfallfolgen mindern.

Weniger Unfälle, aber mehr Tote und Schwerverletzte – so lässt sich das Ergebnis der Unfallstatistik für Leverkusen zusammenfassen. Polizeipräsident Uwe Jacob und Verkehrsdirektor Werner Gross stellten die  Zahlen am Dienstag im Präsidium in Köln vor (siehe Infokasten). Eine weitere Auffälligkeit: Während die Zahl der verunglückten Radler in der Nachbarstadt Köln zurückging, stieg sie in Leverkusen merklich (12,6 Prozent) an.

„Die Statistik ist besser als im letzten Jahr, aber sie ist nicht gut“, sagte Polizeipräsident Jacob, der für Köln und Leverkusen zuständig ist. „Es geht um das Schicksal von Menschen.“ Untersuchungen zufolge seien vom Verkehrstod eines Menschen rund 100 weitere Personen betroffen. „Das sind Angehörige, Arbeitskollegen, Schulklassen, Vereine, aber auch Einsatzkräfte“, sagte Jacob. Was er meint, zeigte sich besonders gravierend beim Unfalltod der elfjährigen Myrna, die am letzten Schultag vor den Herbstferien mit dem Fahrrad unterwegs war und auf einem Gehweg der Elisabeth-Langgässer-Straße von einem Sattelzug überfahren wurde. Die Anteilnahme etwa von Nachbarn und Schulfreunden war enorm. Der grauenvolle Unfall verschärfte die Diskussion über die Sicherheit insbesondere von Radlern und Kindern auf den Straßen.

Myrna trug als einziger der fünf in Köln und Leverkusen tödlich verunglückten Radler einen Helm, doch hatte der sie nicht schützen können. Jacob ist dennoch davon überzeugt, dass drei der fünf tödlich verunglückten Radler mit Helm eine Überlebenschance gehabt hätten. Mit der  Aktion „Ja zum Helm, weil Leben schön ist“ wirbt die Polizei mit regelmäßigen Aktionen für den Kopfschutz für Radler.

Radler und Fußgänger genießen bei der Verkehrsprävention der Polizei besondere Aufmerksamkeit, da sie am wenigsten geschützt sind. Die Zunahme des Radverkehrs – rund 50 Prozent innerhalb von zehn Jahren   – wirke sich zusätzlich aus, hieß es in der Pressekonferenz. Eine spezifische Ursache für die Zunahme der Radunfälle in Leverkusen konnten die Verkehrsexperten der Polizei nicht nennen. Bei den Unfallursachen sind das Nichtbeachten der Vorfahrt und falsches Abbiegen die häufigsten Fehler anderer Verkehsteilnehmer gegenüber Radfahrern. Unzulässige Straßennutzung, Nichtbeachten der Vorfahrt und Alkohol sind führend bei den Fehlern, die Radler selbst machen.

Zuwächse gibt es auch bei den Unfallzahlen mit Pedelecs (siehe Info). „Die Geschwindigkeit eines Pedelecs wird von anderen Verkehrsteilnehmern häufig unterschätzt“, sagt Verkehrsdirektor Gross. Ein besonderes Problem bleiben E-Scooter, die seit Mitte vergangenen Jahres für den Verkehr zugelassen wurden, vor allem im Kölner Stadtgebiet. „Wir haben fast jeden Tag einen Unfall“, sagt Jacob. „Viele Menschen sind damit schlichtweg überfordert. 129 Unfälle mit E-Scootern hat die Polizei seit Juni in Köln/Leverkusen registriert, 111 davon wurden von den Scooter-Fahrern verursacht. 26 Menschen wurden schwer verletzt. Doch bleibt es bis auf weiteres ein Kölner Phänomen. In Leverkusen gab es lediglich zwei Unfälle mit E-Scootern.