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Leverkusen: Verkehr: Schoofs rät zu Demonstration in Alkenrath

Leverkusen : Verkehr: Schoofs rät zu Demonstration in Alkenrath

Bis ein Teilnehmer bei der Bürgerversammlung am Dienstagsabend im Otto-Massmann-Haus versuchte, wieder etwas Ruhe zwischen die Fronten einkehren zu lassen, ging es mehr als eine Stunde hoch her. "Für uns Alkenrather muss wichtig sein, dass wir uns nicht zerspalten lassen, durch nichts und niemand", sagte der Mann. Auch wenn es momentan mehr Fragen als Antworten gebe, bestehe immer noch die Möglichkeit eines Minimalkonsenses: Probleme dürften nicht auf Kosten anderer Alkenrather Bürger gelöst werden.

Es ging — wieder — um die Frage: Umgehungsstraße ja oder nein? Nur in einem Punkt waren sich alle Versammelten einig: Die Situation ist unerträglich. Dennoch fand man keine Lösung. Im Gegenteil: Lautstark gifteten sich die Redner an, beschuldigten sich gegenseitig, keine Ahnung zu haben, oder zogen Aussagen ins Lächerliche. Einige verließen deshalb recht genervt und vorzeitig den Saal. Versammlungsleiter Erhard Schoofs (Bürgerliste) versuchte, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen: Ein Weg sei eine (genehmigte) Demonstration auf der Alkenrather Straße, so dass der ganze Verkehr zusammenbreche. Anträge an die Ratsgremien seien ein eher demokratisches Mittel, um Druck auszuüben. Sicher sei: "Um Alkenrath zu entlasten, müssen wir um Alkenrath herum." Seine Partei bevorzuge deshalb den Ausbau am Rande des Bürgerbuschs, sagte Schoofs, der den Abend mehr oder weniger als Werbeveranstaltung für die Bürgerliste nutzte und andere Parteien in ein schlechtes Licht zu rücken versuchte.

Zugleich drohte er, die Situation werde sich noch verschärfen, sobald die Bahnstadt Opladen fertiggestellt sei. "Ich habe das Gefühl, dass Sie die ganze Truppe an der Nase herumführen", entgegnete eine Frau und warf ihm vor, eine Monologveranstaltung abzuhalten. Wenn es eine neue Wohngegend gebe, müsse man auch damit rechnen, dass in der gesamten Stadt mehr Verkehr aufkomme. Eine Rednerin war der Meinung, eine neue Straße bringe nichts außer neuem Lärm und höheren Emissionen. Zudem sei der "Ortskern von Alkenrath dann tot", ergänzte ein Gast. Umweltaktivist Benedikt Rees schlug vor, man solle doch erstmal prüfen, warum der Verkehr auf der Landesstraße so schlecht abfließe. Die Lkw seien schuld, meldeten sich weitere Diskutanten zu Wort. Deshalb dürfe die Straße nur noch für Anlieferungen offen bleiben. Ob man die Straße nicht in eine Tempo-30-Zone verwandeln könne, fragte eine Dame. "Dann werden sich viele Fahrer einen anderen Weg suchen", hieß es als Antwort. Darin waren sich ausnahmsweise alle einig.

(gkf)