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Verhaltener Start nach der Corona-Pause in Leverkusen

Einzelhandel : Verhaltener Start nach der Corona-Pause

In der City und in Opladen öffnen nach vier Wochen wieder Läden, die bisher schließen mussten. Doch der Andrang ist noch sehr mäßig.

Was trägt der Mann im Sommer? „Etwas leichtes, vielleicht Leinen“, sagt Angela Cambio von Emilio Adani. Es könnte aber auch ein Strick-Cardigan in verschiedenen Längen sein. „Das tragende Thema des Sommers ist die Weste“, sagt die Modeexpertin. Die Trendfarben: Grau, Weiß, Marine. Vier Wochen hatte der Herrenausstatter in der Rathaus-Galerie geschlossen, seit Montag ist wieder geöffnet. „Wir freuen uns auf die Kunden“, sagt Cambio. „Wir wollen durchstarten und positiv in die nächsten Wochen sehen.“

Viele Läden haben wieder geöffnet, doch in der Wiesdorfer City war am Montagvormittag noch nicht viel los. Foto: Bernd Bussang

Die Filialleiterin lächelt und hält Abstand. Sie trägt Gummihandschuhe, und um ihren Hals baumelt ein Mundschutz. Zwei Stöße aus der Sprühflasche, und schon ist die Theke im noch leeren Geschäft frisch desinfiziert.

Angela Cambio von Emilio Adani freut sich auf den Modesommer. Foto: Bernd Bussang

Doch noch gibt es nicht viel zu sprühen oder wischen. Das Geschäft am Montagvormittag läuft ruhig an. Nur etwa knapp die Hälfte der Läden in der Rathaus-Galerie haben geöffnet, nachdem die Landesregierung eine stufenweise Lockerung der Öffnungsverbote verordnet hatte. Große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen noch geschlossen bleiben. Bei C&A in der Galerie bleiben die Türen ebenso geschlossen wie bei P&C, Woolworth und der Galerie Kaufhof in der Wiesdorfer Fußgängerzone.

In den kleineren Läden herrscht Aufbruchstimmung, auch wenn der ein oder andere von der Verordnung am Freitag überrascht wurde und noch etwas Vorbereitung braucht. „Wir bekommen schöne Bikinis“, sagt Ina Reichard von „Calzedonia“. Gemeinsam mit ihrem Kollegen wartetet sie noch auf Desinfektionsspender und Masken, bevor es am Dienstag losgehen kann.

Karin Budde achtet beim Einkauf auf die Sicherheit. Foto: Bernd Bussang/BerndBussang

Auch für Obsthändler Yüksel Gölemek von „Boop Boop Früchte“ wird es Zeit, dass sich endlich was tut, schließlich ist bereits die Spargelsaison gestartet. „Noch läuft nicht viel“, sagt er. „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, einen langen Atem haben wir nicht mehr.“

Überall wird auf Hygiene geachtet, das beginnt schon an dem zentralen Eingang der Galerie, den Security-Mitarbeiter überwachen. Service-Kräfte des städtischen Ordnungsamts patrouillieren durch die Gänge, viel zu regeln haben sie wegen des noch geringen Andrangs aber nicht. Aus Angst, sich anzustecken, sind auch viele Kunden vorsichtig: „Ich finde es gut, dass die Geschäfte wieder öffnen“, sagt Karin Budde, „aber jeder soll sich an die Regeln halten.“ Sie selbst trägt Mundschutz und Gummihandschuhe, um sich und andere zu schützen.

Buljar Haziki von der Brasserie in der Rathaus-Galerie Foto: Miserius, Uwe (umi)

Klare Eintritts- und Abstandsregeln gibt es auch in der Thalia-Buchhandlung. „Endlich können wir unsere Kunden wieder persönlich beraten“, sagt Fililalleiterin Gina Dönighaus und rückt sich den Mundschutz zurecht. „Ein weiterer Schritt zur Normalität.“

Yüksel Göcemek von „Boop Boop Früchte“ in der Rathaus-Galerie Foto: Miserius, Uwe (umi)

Die Gastronomie liegt noch weitgehend brach. Tische und Stühle bleiben verwaist. Das Eiscafé Minnimi verkauft weiter Eis- und Kaffeespezialitäten von der Theke auf die Hand, und die „Brasserie“ bietet seit Montag erstmals wieder warme Küche zum Mitnehmen an.

Etwas lebendiger als in der City geht es unterdessen in Opladen zu. Dort haben bereits viele Geschäfte wieder geöffnet, in der Fußgängerzone herrscht bei Sonnenschein geordneter Betrieb, aber meist ohne Schlangen.

Birgit Bätz hat den „Rosenzuber“ an der Birkenbergstraße mit vielen schönen Dingen für den Alltag zunächst noch zu eingeschränkten Zeiten geöffnet. „Ich erwarte noch keinen großen Andrang, aber es ist ein Anfang“, sagt sie. „Die Leute können kommen oder anrufen.“ Als Asthmatikerin muss sie auch selbst ein Ansteckungsrisiko vermeiden. „Das Virus ist nicht weg, und wenn es zu schnell geht, droht ein Rückfall.“