1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Vereinsliebe auf Verteilerkästen ist „extrem hässlich“

Bürgermonitor : Vereinsliebe auf Verteilerkästen ist „extrem hässlich“

Schwarz-rot. Diese Farbkombination dominiert den Straßenrand der Düsseldorfer Straße in Richtung Langenfeld. Auch an der Sandstraße in Opladen ist sie zu finden. Graue Verteilerkästen sind mal diagonal, mal quer oder längs mit den beiden Farben besprüht.

Teils haben sich darauf Schmierfinken mit unflätigen Anmerkungen verewigt. Wer näher herantritt, bemerkt schnell: Ein Fachmann scheint die „Verzierung“ nicht angebracht zu haben, dazu ist sie zu unsauber aufgetragen. Und sie sticht unschön ins Auge, findet ein Opladener, der sich in der Redaktion meldete. Ihm sind die Kästen aufgefallen. Und das nicht im positiv­sten Sinne. Ihn stört der unsaubere Anstrich. Und: „Eine hässlichere und aufdringlichere Farbkombination kann ich mir nicht vorstellen“, schimpft er.

Die Farbkombination schwarz-rot ist auch die, die Bundesligist Bayer 04 für sich ausgewählt hat. Und es „scheinen Bayer-Fans zu sein, die die Kästen damit verziert haben“, sagt Stefan Kreidewolf, Sprecher der Energieversorgung Leverkusen (EVL). Das Verteilerkästen der EVL oder andere graue Kästen in der Stadt, etwa für die Zwischenablage der Post oder mit Steuereinheiten für Ampeln, auf dieser Art besprüht werden, nehme in der Stadt immer mehr zu, berichtet Kreidewolf.

An der Friedenberger Straße haben wohl FC-Fans zusätzlich gekritzelt. Foto: Ludmilla Hauser

Genaugenommen sei das Besprühen Sachbeschädigung. „Aber diese zu ahnden ist extrem schwierig. Da stehen keine Namen oder Kürzel der Sprüher dran.“ Deswegen greift die EVL korrigierend nur ein, wenn etwa rechtsextremistisches Gedankengut oder Zeichen, etwa Hakenkreuze, auf die Kästen geschmiert werden. Ansonsten bleibe das Graffiti dran, bis der Kasten aus technischen Gründen ohnehin erneuert werden muss. Um vermeintliche Graffiti-Künstler abzuhalten, hat die EVL etwa am Bahnhof Schlebusch von einer Graffiti-Firma Kästen professionell verschönern lassen. In der Hoffnung, dass andere dem Ehrenkodex folgend das Werk eines Sprayers nicht anrühren.

Auch mit Bayer 04 hat die EVL schon zwei Kästen nahe der BayArena aufgehübscht, berichtet Meinolf Sprink, Direktor Fans und Soziales bei Bayer 04. Dass Fans dazu neigen, sich etwa an Verteilerkästen künstlerisch austobten, sei ein Fakt, der auch Bayer 04 bekannt sei. Gerade auch im Umfeld des Stadions oder, wie möglicherweise im Falle der Düssldorfer und der Sandstraße, auf dem Hin- oder Rückweg zur und von der Arena. Der Verein heiße diese Aktionen aber nicht gut. Auch Sprink verweist auf das juristische Thema der Sachbeschädigung. Letztendlich sei der Verein da aber machtlos.