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Leverkusen: Vereine zapfen für guten Zweck

Leverkusen : Vereine zapfen für guten Zweck

Während der Bierstand des Lions Club zur Tradition auf der Bierbörse gehört, feierten die Freunde und Förderer der Balkantrasse Premiere. Die Polizei meldete Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.

Als sich am Freitag kurz nach Mitternacht noch Gäste dem Stand näherten, dachte Kai Wagner zunächst an das Übliche: Nachtschwärmer, die nach dem Bierbörsen-Zapfenstreich noch einen Stand suchen, an dem sie noch etwas zu trinken bekommen.

Doch weit gefehlt: Stattdessen konnten er und die übrigen Vertreter des Vereins der Freunde und Förderer der Balkan-Trasse sich über ein neues Mitglied freuen. Welche Rolle bei der nächtlichen Entscheidung das Willkommensgeschenk — eine Flasche des Biermixgetränks "Trassenradler"— gespielt hat, ist jedoch nicht bekannt.

Bierbörsen-Organisator Werner Nolden hat die Kämpfer für den Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse in sein Herz geschlossen. Deshalb erhielten sie von ihm einen Stand beim Gerstensaft-Festival. "Schließlich habe ich ein Kind. Und ich fände es toll, wenn das später mal von unserem Zuhause in Pattscheid aus auf dieser Strecke mit dem Rad fahren könnte", betont der Veranstaltungsprofi.

Viel wichtiger noch als der Gewinn des Standes, an dem besagter "Trassenradler" und Bierspezialitäten der Paulaner-Brauerei feilgeboten werden, ist für Nolden, wie für den Verein, die Aufmerksamkeit. "Die Resonanz ist toll. Wir konnten neue Mitglieder gewinnen und haben auch einige Spenden erhalten", verrät Wagner.

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Trassen-Freunde feiern Premiere

Während die Trassen-Freunde Premiere auf der Bierbörse feiern, haben andere Vereine bereits eine lange Tradition. Zu den festen Institutionen gehört beispielsweise der Stand des Lions Club. "Es macht richtig Spaß. Erstens bringen sich alle Mitglieder ein und zweitens ist es bei einer Zwölf-Stunden-Schicht eine zusätzliche Motivation, dass wir das alles für einen guten Zweck tun", versicherte Standleiter Franz Willi Brosseder. Die Einnahmen fließen in verschiedene Projekte für Kinder in Leverkusen.

Ein guter Zweck steckt auch hinter dem Stand der Karnevalisten. "Upladhiner" zapfen die Jecken dort für die Finanzierung des Rosenmontagszugs — je einen Tag die Altstadtfunken, die Neustadtfunken, das KOK und die kleineren Gesellschaften. "Wir haben den Stand zehn Jahre alleine gemacht, aber das ging nicht mehr, weil wir mit unserem Türmchen viel zu tun haben. Da bot sich diese Lösung an, zumal der Stand auch seit Jahren ein Treffpunkt für alle Karnevalisten ist", sagt Altstadtfunken-Senatspräsident Norbert Ross.

Zum zehnten Mal dabei

Komplettiert wird das Quartett der Vereine durch die Handballer des TuS 82 Opladen, die nun schon zum zehnten Mal das von einem ehemaligen Leverkusener gebraute Friesenbräu servieren. Auch dort ist ein Treffpunkt — für Handballspieler aus den unterschiedlichsten Vereinen in der Region.

Wie sämtliche Vereine waren auch die Gastronomie-Profis sehr zufrieden mit den ersten beiden sonnigen Tagen. "Durchgängig so gutes Wetter hatten wir das letzte Mal vor zehn Jahren. Deshalb haben wir uns das auch mal verdient", meint Nolden, der wohl zum ersten Mal seit langem auf das Hilfsmittel "Regen-Radar" verzichten kann. Positives konnte auch die Polizei berichten. Nur kleinere Vorfälle (drei Sachbeschädigungen an Autos und einem Fahrrad, vier Körperverletzungen, eine Beleidigung) hatte sie zu verzeichnen — wenig für eine Veranstaltung dieser Größe.

(kre)