Verdienstkreuz für Leverkusener Pionier

Im Schloss Morsbroich : Verdienstkreuz für Leverkusener Pionier

Michael Lange ist seit Jahrzehnten Experte in Sachen Umweltmanagement und beherzter Ehrenamtler.

„Einer der frühen Umwelt-Pioniere in Deutschland und in Europa“: Dieses hohe Lob haben Leverkusener einem Mann ausgesprochen, für den Umweltfragen nicht nur eine Worthülse sind, sondern fast sein Lebenswerk. Jetzt ist Michael Lange für sein Engagement im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Besagte Leverkusener hatten den früheren Bayer-Mitarbeiter für die Ehrung empfohlen, die Uwe Richrath im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehen hat. „Er sendet seine Glückwünsche“, merkte Richrath bei der feierlichen Zeremonie an. Und ergänzte, dass die Auszeichung seit 1951 an Bürger vergeben werde, „die sich in außerordentlichem Maße um das Allgemeinwohl verdient gemacht haben. Das haben Sie, Herr Lange, weit über ihre Berufstätigkeit hinaus mit großem Erfolg getan.“

Die Kurzformel für Langes Engagement: „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer.“ In den 1990er Jahren hat er sich während seiner Arbeit bei Bayer mit der Erarbeitung von Umweltstandards beschäftigt, nahm auf europäischer Ebene Einfluss auf die Emas-Verordnung. Emas steht für „Eco-Management and Audit Scheme“, ein Gemeinschaftssystem der EU aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung etwa von Unternehmen und Verwaltungen. Als Ingenieur Lange im Jahr 2000 in den Ruhestand ging, wollte er sein Know-how nicht einfach gegen Hobbys austauschen. Der Leverkusener stellte sein Wissen dem internationalen „Senior Experten Service“ zur Verfügung. Und fand sich recht zügig am anderen Ende der Welt wieder. Als ehrenamtlicher Berater für Umweltfragen – Lange ist Experte für Ionenaustauscher – half er etwa einem Unternehmen in China bei der Entwicklung eines Umweltmanagements. „Diese frühe Vermittlung von Expertise in Umweltfragen kann man gar nicht hoch genug einschätzen“, lobte Richrath. Mittlerweile setze in China ein Umdenken in Sachen Umweltschutz ein. „Den Keim für eines solches Umdenken haben vor fast 20 Jahren sicher auch Fachleute wie Sie gelegt. Ohne Ingenieure wie Sie gäbe es keine Umwelttechnologie.“

Auch in der Region ist Lange ehrenamtlich engagiert: Seit 2008 unterrichtet er als ehrenamtlicher Lehrer an einer Grundschule in Burscheid. Und ganz nebenbei saß der Leverkusener für die CDU von 1979 bis 1984 in der Bezirksvertretung I und von 1997 bis 2000 als Schöffe bei der Strafkammer zu Köln.

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