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Verbraucherzentrale informiert über Solaranlagen und Elektroautos

Tipps vom Experten : Aufs Dach gehört eine Solaranlage

Experte rät zu mehr Nutzung von Sonnenenergie – zu Hause und im Elektroauto mit Strom vom eigenen Dach.

Mit Solarenergie anstelle von Sprit im Tank zu fahren ist möglich. Wie die Sonne in den Tank kommt und wie Elektroautos mit Solarstrom vom Eigenheim geladen werden können, zeigte Martin Halbrügge jetzt bei einem Vortrag in der Stadtbibliothek auf. „Es gibt viele, die sich mehr wünschen, aber nicht alles vorstellen können“, erläuterte der Mitarbeiter der Verbraucherzentrale NRW vorweg, ehe er vor rund 30 Zuhörern technische, organisatorische, finanzielle und rechtliche Bedingungen beleuchtete.

Menschen, die bereits eine Solaranlage auf dem Dach haben und mit einem Elektroauto fahren, sollten angespornt werden, den nächsten Schritt mit der Sonne zu tun, sagte der Referent. „Die Aufbruchstimmung in der Welt ist spürbar. Einige haben verstanden, dass der Klimawandel nicht aufzuhalten ist.“ Deshalb wolle er die Gunst der Stunde nutzen und die Menschen ermuntern, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen.

„Jedes Dach, das nicht energetisch genutzt wird, verschenkt etwas“, betonte Halbrügge. Immerhin würden 50.000 Kilowattstunden auf ein 50 Quadratmeter großes Dach fallen. Wer diese Energie nutze und zu Solarstrom umwandle, komme auf einen Ertrag von 9000 Kilowattstunden pro Jahr mit einem Wert von aktuell 2500 Euro. Die Investition sei ein logischer Schritt für Haushalte, die weitgehend unabhängig von externen Energieanbietern sein wollten.

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Wenn es die Dachfläche hergebe, sollte die Solaranlage großzügig ausfallen. Grundsätzlich gelte: je größer, desto besser. „Die Solarstromnutzung ist so lukrativ, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis im Augenblick einfach genial ist“, ergänzte er. Überschüsse könnten ins öffentliche Netz eingespeist oder zum Tanken des E-Fahrzeugs genutzt werden. Sonnenstrom direkt im Haus zu verbrauchen, spare effektive Stromkosten und lohne sich mehr als die Einspeisung ins Netz.

Das gelte auch für die Nutzung des Autos. Das Elektrofahrzeug mit Sonnenstrom vom eigenen Dach zu betanken sei die günstigste und umweltfreundlichste Art. Eine Betankung zu 100 Prozent gelinge zwar nicht. Doch mit gezielter Planung lasse sich der Solarstromanteil im Tank hochschrauben, sagte der Experte. Dazu sei eine Speicherbatterie unbedingt sinnvoll, die Solarstrom auch dann liefere, wenn die Sonne nicht scheint. Ohnehin stehe die saubere Energie überwiegend im Sommer und bei Tageslicht zur Verfügung. Ein Speicher sei kein Muss, schaffe aber mehr Sonnenstrom in den Tank. Insgesamt lasse sich ein Elektroauto mit eigenem Solarstrom viermal günstiger fahren.