Verbale Wasserspiele zu Trinkbrunnen im Leverkusener Finanzausschuss

Politikdebatte zu Trinkbrunnen : Verbale Wasserspiele im Ausschuss

Prüfantrag der Grünen zu Trinkbrunnen in Fußgängerzonen sorgt für Diskussion.

Der Raum im Rathaus ist kühl, die Debatten im Finanzausschuss teils hitzig. Beispiel Trinkbrunnen: Die Grünen wollen solche kleinen Wasserspender in den drei Fußgängerzonen einrichten lassen, um in den kommenden wohl weiterhin heißen Sommern Menschen die Möglichkeiten zum Wassertrinken zu geben und somit Gesundheitsschutz zu betreiben. Einbezogen werden solle dabei die Energieversorgung Leverkusen (EVL), auch bei den Kosten. Die Stadt solle Möglichkeiten prüfen. Markus Pott (Opladen Plus) lobt harmlos: „Gute Idee, nicht so teuer. Bei der Standortbestimmung sollten die drei Bezirksvertretungen mitreden.“

Erhard Schoofs (Bürgerliste) kann sich Spitzen nicht verkneifen: „Was wird denn da angeboten? Wasser? Champagner? Whisky? Muss man mal fragen dürfen. Wahrscheinlich in Wiesdorf Sekt und in Opladen nur Wasser.“ Apropos Wasser: Das gibt es laut Annegret Bruchhausen-Scholich (CDU) bereits kostenlos in vielen Geschäften für Kunden. Für Trinkwasserbrunnen dann wieder das Fußgängerzonen-Pflaster aufzureißen, etwas das gerade erst schön gemachte in Opladen, damit die EVL Leitungen legen könne, das müsse nicht sein, urteilte sie. Sozialdemokrat Dirk Löb sieht allerdings ein Problem: „Also sonntags ist das aber schwierig mit dem Wasser aus den Geschäften. Die haben dann zu.“ Pott mischt sich nach Bruchhausen-Scholichs Beitrag noch mal ein: „Also, das werden ja keine Wasserspiele, sondern nur eine Art kleine Waschbecken.“

FDP-Ratsherrin Monika Ballin-Meyer-Ahrens ist „persönlich dagegen. Meine Partei sieht das anders“, merkt sie an. „Ich weiß aber, dass zum Beispiel in Frankfurt solche Anlagen auch als Leitungswasserzapfstellen genutzt werden. Ich möchte geprüft haben, welche Erfahrungen andere Kommunen mit solchen Trinkbrunnen gemacht haben.“

Stefan Baake von den Grünen ist ganz überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass so ein kleiner Prüfauftrag von uns so diskutiert wird.“ Die Grünen sehen die Brunnen  auch als Beitrag zur Stadtkultur an. „Dort kommen Leute ins Gespräch.“ Das letzte Wort vor der Abstimmung hat Bruchhausen-Scholich. „Wir könnten uns einem erweiterten Prüfauftrag anschließen, wo auch das Thema Hygiene und Erfahrungen anderer Städte enthalten sind.“

Ergebnis der verbalen Wasserspiele: Die Ausschussmitglieder stimmen  der Prüfung mehrheitlich zu.

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