Leverkusen: Uwe Richrath festigt seinen Einfluss in der Stadt

Leverkusen: Uwe Richrath festigt seinen Einfluss in der Stadt

Der neue Oberbürgermeister will in den Aufsichtsgremien von Sparkasse, WGL und Klinikum als Vorsitzender die Verantwortung übernehmen.

Wenn der neue Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) am kommenden Montag im Leverkusener Stadtrat offiziell in sein Amt eingeführt wird, hat ein Mann einen großen Auftritt, der bisher trotz seines Bürgermeisteramtes immer etwas im Hintergrund stand: Grünen-Ratsherr Gerd Wölwer obliegt an diesem Tag die Aufgabe, den Tagesordnungspunkt "Einführung des Oberbürgermeisters durch seinen Stellvertreter" zu moderieren, obwohl er eigentlich nur der Dritte in der Rangfolge der drei ehrenamtlichen Bürgermeister in Leverkusen ist.

Die beiden anderen - Eva Lux (SPD) und Bernhard Marewski (CDU) - stehen jedoch für diese Zeremonie nicht zur Verfügung, weil sie formgerecht in den vergangenen Tagen ihren Rücktritt erklärt haben. Im Rat soll nämlich beschlossen werden, dass CDU-Mann Marewski auf die erste Bürgermeister-Position vorrückt und SPD-Frau Lux dafür auf Nummer zwei wechselt, da die SPD ja nun den Oberbürgermeister stellt. Und bevor das neue Amt angetreten werden kann, muss das alte zunächst einmal abgegeben werden.

Solche Absprachen zwischen den großen Blöcken im Stadtrat sind seit Jahren Tradition in Leverkusen. Sie sollen ein unwürdiges Hauen und Stechen um Posten im Ratsgremium verhindern. So haben sich SPD und das CDU-geführte Bündnis auch diesmal wieder auf eine gemeinsame Liste geeinigt, die am Montag zur Abstimmung gestellt wird. Sie beinhaltet auch die Benennung der Vertreter für die Aufsichtsgremien der städtischen Tochtergesellschaften und der Sparkasse.

Dabei lässt sich eines festhalten: Der neue Oberbürgermeister will in den Aufsichtsgremien von WGL, Sparkasse und Klinikum einen Sitz übernehmen - möglichst jeweils als Vorsitzender, das müssen die Aufsichtsräte jedoch noch selbst beschließen. Auch Richraths Vorgänger Reinhard Buchhorn (CDU) hatte den Vorsitz in Sparkasse und Klinikum inne. Bei dem Sozialdemokraten kommt jetzt noch die Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL) hinzu, deren Aufsichtsratsvorsitz er schon länger ausübt, aber auch behalten möchte.

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Richrath festigt seinen Einfluss in der Stadt: "Das sind wichtige städtische Gesellschaften", sagte der Oberbürgermeister gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Es sei also selbstverständlich, dass er dort auch Verantwortung übernehmen wolle.

Einen Posten, den er seit Jahren besetzt hatte, gibt Richrath jedoch jetzt wieder ab - den Vorsitz im Aufsichtsgremium der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WFL) "Die einfache Erklärung dafür ist: Auch ich bin nur ein Mensch und muss mir meine Zeit für Termine einteilen", erklärte Richrath gestern dazu. Laut der Übereinkunft zwischen den großen Parteien fällt der Vorsitz in diesem Gremium an die CDU.

Wenn Richrath in Klinikum und Sparkasse den Vorsitz erhält, geht die Stellvertretung in beiden Gremien an die CDU über, so sieht es die Vereinbarung weiter vor. Konkret würde das bedeuten: Paul Hebbel (CDU) rückt auf, Peter Ippolito (SPD) einen Platz zurück.

Die Ratssitzung beginnt am Montag um 15 Uhr im Ratssaal.

(RP)