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Leverkusen: USA: Bayer investiert eine Milliarde Dollar

Leverkusen : USA: Bayer investiert eine Milliarde Dollar

Die Agrarwirtschaftssparte CropScience will dort schneller wachsen als der Markt. Chef Condon setzt auf Forschung.

Ob das Zufall ist? Wenn ja, dann ist es ein schöner. Vor genau einem Jahr hat Liam Condon, der Chef von Bayers Agrarwirtschaftssparte CropScience, verkündet, sein Unternehmen investiere von 2013 bis 2016 insgesamt 2,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Kapazitäten. Jetzt erntete Condon, der als Marathonläufer eher die Langstrecke gewohnt ist, schon erste Früchte: Der CropScience-Chef weihte in dieser Woche einen neuen integrierten Forschungs- und Entwicklungsstandort im kalifornischen West Sacramento ein.

Das Unternehmen rechnet mit einer langfristig positiven Marktentwicklung in Nordamerika und will erhebliche Ressourcen in weiteres Wachstum investieren - insgesamt steckt die Bayer-Sparte knapp eine Milliarde US-Dollar (entspricht rund 700 Millionen Euro) in den Kapazitätsausbau in den USA.

"Die langfristige Nachfrage nach verbessertem Saatgut und innovativen Pflanzenschutzmitteln steigt", betonte Condon. "Wir investieren verstärkt in unsere Infrastruktur für Forschung und Entwicklung wie in Labore, Gewächshäuser und Zuchtstationen und in neue Produktionskapazitäten und Anlagen zur Saatgutaufbereitung." Der gebürtige Ire fügte an: CropScience wolle in den USA schneller als der Markt wachsen.

Condon hatte vor einem Jahr auch gesagt, Zahlen seien nicht der wichtigste Motivator für die Arbeit von CropScience, aber sie sind Mittel und Ziel zugleich: Denn damals fügte Condon an, der Umsatz solle bis 2015 gen zehn Milliarden Euro wachsen. 2013 fuhr das Unternehmen rund 8,8 Milliarden Euro Umsatz ein.

Einen Beitrag zum Wachstum soll auch der neue Forschungs- und Entwicklungs-Standort in Kalifornien leisten, in den CropScience 80 Millionen US-Dollar steckte. Dort gibt es für bis zu 300 Mitarbeiter Platz im Hauptgebäude, eine Pilotanlage, die die Forschung und Entwicklung biologischer Pflanzenschutzmittel unterstützen soll, dazu kommen Forschungsgebäude, Gewächshäuser und Freiflächen für Gemüsesaatgut auf einem vier Hektar großen Grundstück.

Geld steckt Liam Condon neben dem Pflanzenschutz auch ins US-Saatgutgeschäft. 200 Millionen gehen in den Ausbau der Unternehmenszentrale für Saatgut in North Carolina. In Texas fließen 80 Millionen US-Dollar in das Baumwollforschungs- und Entwicklungslabor, die weltweite Zentrale für das Baumwollgeschäft von CropScience. In Tennessee soll der Forschungs- und Entwicklungsstandort für 17 Millionen Dollar ausgebaut werden. Das Erweiterungsprogramm von CropScience-Stationen in etlichen US-Bundesstaaten ist ziemlich lang.

Der größte Batzen der knappen Milliarde Dollar geht in den Ausbau der Produktionskapazitäten für Pflanzenschutzmittel. Neben Erweiterungen der Anlagen in Michigan und Missouri steht der Bau eines neuen Herbizid-Werkes in Alabama im Mittelpunkt. Liam Condon hatte im vergangenen Jahr in dem Zusammenhang von einer 380-Millionen-Euro-Investition gesprochen.

(RP)