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Leverkusen: Unterstützung für Kinder psychisch kranker Eltern

Leverkusen : Unterstützung für Kinder psychisch kranker Eltern

Wenn Eltern psychisch krank sind oder/und ein Suchtproblem haben, vertauschen sich häufig die Familienrollen. Da übernimmt das Kind plötzlich Verantwortung, kümmert sich um den Alltag. Hilfe bietet diesen Kindern der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) mit seinem Projekt "Kinder in Krisen".

So auch Alina (Name von der Red. geändert). Weil ihre alleinerziehende Mama schwere Depressionen hat und auf der Couch liegt, sind die schwarzen Vorhänge den ganzen Tag über zugezogen. Wenn die Zehnjährige von der Schule kommt, holt sie ihre beiden kleineren Geschwister aus dem Kindergarten ab, geht einkaufen, macht das Essen, räumt die Wohnung auf. Sie hilft, wo sie kann - ihre eigenen kindlichen Bedürfnisse finden in ihrem Alltag keinen Platz.

Nur einmal in der Woche dreht sich alles um Alina, wenn sie Katharina Brokjans in den Räumen des SkF trifft. Die Fachbereichsleiterin der ambulanten erzieherischen Hilfen ist für das Projekt "Kinder in Krisen (KiK) zuständig - ein Angebot, das Kindern in solch besonderen Belastungssituationen Zeit und Aufmerksamkeit ermöglicht. Die Räume sind hell, lichtdurchflutet durch eine große Glasfront, es gibt Spielecken, Bücher, Basteltische, Chillzonen, eine Hängematte. "Jedes Kind schaut für sich, wie es die Stunde nutzen will", erklärt Katharina Brokjans. "Manche wollen nur malen, andere reden oder spielen.

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Aber natürlich geht es nicht nur um Auszeit, sondern wir wollen dem Kind helfen, Schuldgefühle abzubauen, das Verhalten des betroffenen Elternteils besser einordnen zu können, zu erkennen, dass es nichts falsch gemacht hat."

Für Eltern ist es oft nicht einfach, Hilfe in Anspruch zu nehmen, viel zu häufig spielen Scham und letztlich auch die Sorge, die Kinder könnten ihnen weggenommen werden, eine große Rolle. Das niederschwellige KiK-Angebot soll ihnen den Weg in die Hilfesuche erleichtern. Die Kosten werden nicht über die Krankenkasse abgerechnet, sondern ausschließlich über Spenden finanziert, Kennenlerngespräche mit Eltern und Kind helfen dabei, Vertrauen aufzubauen.

"Wir merken, dass die Eltern, die den Weg zu uns finden, auch eher bereit sind, weitere Hilfen, etwa über das Jugendamt, anzunehmen", bericht Elke Schog, die auch das Gruppenangebot "Löwenkinder" betreut. Acht Kinder zwischen sieben und elf Jahren bearbeiten dort in zehn Einheiten gemeinsam die schwierigen Alltagsituationen, denen sie sich oft ausgeliefert fühlen. "Unser Ziel ist es, ihnen eine Art Rüstkoffer an die Hand zu geben", erläutert die Systemische Familientherapeutin. "Etwa Strategien, um das Geschehen besser einordnen und aushalten zu können."

Info Sozialdienst kath. Frauen, Tel. 02171 4903-0, www.skf-leverkusen.d.e. Hilfe gibt es auch bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder psychisch kranker Eltern, www.bag-kipe.de.

(RP)