Unterstützer für grünen OB in Leverkusen gesucht 

Mitgliederversammlung : Unterstützer für grünen OB gesucht

Die Partei will eine eigene Kandidatur für die Rathausspitze. Andrea Deppe und Roswitha Arnold sind im Gespräch.

Die Leverkusener Grünen gehen mit großem Selbstbewusstsein in die Vorbereitungen für den Kommunalwahlkampf 2020. Die erstarkte Partei will einen eigenen Kandidaten für den Posten des Oberbürgermeisters aufstellen. Im Vorfeld der Personalentscheidung soll der Vorstand der Grünen mit anderen Parteivorständen, speziell mit CDU und SPD, Verhandlungen über einen gemeinsamen Kandidaten führen. Das erklärte Ziel: Die politischen Mitbewerber sollen einen von den Grünen benannten Oberbürgermeister-Kandidaten unterstützen. Die Leverkusener Grünen-Vorstandssprecherin Anja Boenke und ihr Kollege Christoph Kühl sagten am Dienstag auf der Mitgliederversammlung in der Schlebuscher Parteizentrale „Treibhaus“: „Wir haben eine realistische Chance, 2020 in Leverkusen den Oberbürgermeister zu stellen.“

In den früheren Kommunalwahlkämpfen, etwa bei der Wahl der Oberbürgermeister von Ernst Küchler oder Reinhard Buchhorn, war es andersherum. Die relativ „kleinen“ Grünen haben die jeweiligen Kandidaten von SPD beziehungsweise CDU unterstützt. Vorher wurde mit den Parteien und ihren Spitzenkandidaten ein grüner Forderungskatalog vereinbart, der im Falle des Wahlsieg umzusetzen war. In der Rückschau bezeichneten Klaus Wolf und Gerd Wölwer diese Vorgehensweise als falsch. Weder Küchler noch Buchhorn hätten die Versprechungen zur Zufriedenheit umgesetzt.

Um Namen von Kandidaten oder Kandidatinnen, die sich für die Grünen zur Wahl stellen sollen, ging es am Dienstag nicht. In nichtöffentlichen Gesprächen in den letzten Wochen wurden allerdings Roswitha Arnold, die derzeitige Grünen-Fraktionsvorsitzende, und Andrea Deppe, Leverkusens Baudezernentin, als mögliche Bewerberinnen genannt. Klar wurde auf der Mitgliederversammlung, dass sich viele Mitglieder eine Unterstützung von Amtsinhaber Uwe Richrath oder seinem CDU-Gegenspieler Frank Schönberger nicht vorstellen können. Bis Ende November läuft bei den Grünen die parteinterne Bewerbungsfrist für die Oberbürgermeisterkandidatur. Parallel dazu wurde der Vorstand einstimmig von der Mitgliederversammlung beauftragt, weitere geeignete Personen für eine Kandidatur zu interessieren. Diese Bewerber müssen nicht Parteimitglied der Grünen sein.

Der Grünen-Mitbegründer Klaus Wolf warnte vor zu viel Optimismus in Sachen Wahl Sieg. Der aktuelle Hype um die Grünen werde möglicherweise bei der Kommunalwahl im September 2020 schon wieder abgeebbt sein. Deshalb bräuchten die Grünen eben die Unterstützung von anderen Parteien. Die Gelegenheit zu solchen Gesprächen sei günstig: Die SPD blicke angstvoll auf die Wahl. Und die CDU sei sich ihrer Sache auch nicht ganz sicher.

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