Leverkusen: Universität stuft Bayer als Wachstumstreiber ein

Leverkusen: Universität stuft Bayer als Wachstumstreiber ein

Wissenschaftler untersuchten den "ökonomischen Fußabdruck" von Bayers Sparte Health Care. Die hat 35 Arznei-Projekte in der Pipeline.

Bayers Gesundheitssparte Health Care ist ein "Wachstumstreiber" der deutschen (Gesundheits-)Wirtschaft. Das bescheinigt Wirtschaftsprofessor Klaus-Dirk Henke von der Technischen Universität Berlin. Er untersuchte das Unternehmen mit seinem Team auf den "ökonomischen Fußabdruck" hin, den es in der deutschen (Gesundheits)-Wirtschaft hinterlässt. Und der könne sich sehen lassen, sagt Henke.

Das volkswirtschaftliche Berechnungsverfahren, das die Wissenschaftler anwandten, kam schon bei der Untersuchung der gesamten Gesundheitswirtschaft hierzulande zum Einsatz, als der damalige Bundeswirtschaftsminister Michael Glos 2008 wissen wollte, was die Gesundheitswirtschaft denn zur Gesamtwirtschaft beiträgt.

Das Verfahren brachen die Wissenschaftler auf Firmenebene herunter. Und kamen im Falle Health Care zu markanten Ergebnissen: So hatten das Unternehmen und die Stadt Trier 2010 die gleiche Bruttowertschöpfung, nämlich 3,4 Milliarden Euro. Trier hat sie mit rund 78 000 Erwerbstätigen erreicht, Bayer Health Care mit rund 14 500. Bedeutet: Bayer Health Care war leistungsfähiger als Trier. Und: Der Konzern sei 2010 für "19 Prozent der Bruttowertschöpfung und 16 Prozent aller internen Forschungs- und Entwicklungs-Ausgaben der deutschen Pharmaindustrie direkt verantwortlich und sichert 46 500 Arbeitsplätze in Deutschland (14 500 Direktbeschäftigte und 32 000 indirekte)", sagt Henke.

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Die volkswirtschaftlichen Kenngrößen übersetzt Frank Schöning, Geschäftsführer der Bayer Vital (Vertriebsgesellschaft von Health Care), so: "Health Care ist eine der am schnellsten wachsenden Firmen am Pharmamarkt aufgrund ihrer Produkte." Und die Pipeline an möglichen künftigen Arzneien ist gut bestückt mit derzeit 35 Projekten in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Bayer stecke "weit mehr als andere Unternehmen" in die Forschung, betont Dr. Robin Wegener, Leiter Medizin Bayer Vital.

Das Geld fließt zum Beispiel in die Entwicklung von Xofigo zur Behandlung von Männern mit kastrationsresistentem Prostatakrebs und Knochenmetastasen, Sorafenib (Arzneiname Nexavar) zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs, Stivarga (Darmkrebs), Riociguat (Lungenhochdruck) und Refametinib (Bauchspeichel- und Leberkrebs). Ob unter den Mitteln wieder ein solches Blockbustermedikament wie der Thrombosehemmer Xarelto sein könnte, lässt Schöning offen, macht zu Umsatzerwartungen vorerst keine Angaben: "Die Medikamente sollten ihre Entwicklungskosten wieder einspielen."

Aber auch Zukäufe sollen dem Wachstumstreiber Health Care Schub geben. Bayer übernimmt das Familienunternehmen Steigerwald (180 Mitarbeiter, stellt etwa das Magen-Darm-Medikament Iberogast her), das auf pflanzliche Arzneien spezialisiert ist. Laut Schöning sollen Steigerwald-Produkte aber weiterhin unter dem Namen Steigerwald vertrieben werden.

(RP/rl)
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