Leverkusen: Und Müll pflastert ihren Weg

Leverkusen: Und Müll pflastert ihren Weg

Montagmorgen glich der Rathaus-Vorplatz einer Müllhalde. Fastfood-Verpackungsreste aller Orten, bis die Straßenreinigung drüberfegte. Obwohl sie nicht zuständig ist, sondern noch Rathaus-Galerie-Betreiber ECE.

Wiesdorf Innen hui, außen pfui: Dreck im Außenbereich ist ein Problem, mit dem sich Stadt und das ECE-Management an der Rathaus-Galerie herumschlagen müssen. Gestern Früh glich die neue Rathausplatz-Treppe eher einer Müllhalde als dem einladenden Entrée zur "neuen Stadtmitte" mit dem frisch erbauten Konsumtempel. Obwohl derzeit nicht zuständig, griffen die städtischen Straßenkehrer zum Besen und sorgten schon vor Geschäftseröffnung für Sauberkeit.

"Der Platz vor dem Rathaus- und ECE-Haupteingang ist noch nicht von der Stadt abgenommen, deshalb hat dort momentan ECE zu reinigen", sagte gestern Reinhard Gerlich, Leiter der zuständigen städtischen Technischen Betriebe (TBL). Das Unternehmen ECE hat für die Stadt den Platz ausgebaut, samt Treppenanlage und Fontänenbereich. Erst wenn die Stadt den Platz als "fertig" und "fehlerfrei" akzeptiert, geht die Verantwortung auf die Stadt über.

Reinemach-Rechnung ans ECE

Viel Dreck stammt aus dem Hause McDonalds, für das in Leverkusen und gleich neben der Galerie Boxprofi Henry Maske der Chef ist. Mit einem Besen in der Hand wurde der Unternehmer bisher nicht gesehen, vielleicht wird dies zur stadtweiten Putzaktion im April anders sein. Die städtischen Technischen Betriebe werden die jetzt fälligen Kehreinsätze am Rathausplatz dem ECE-Centermanagement in Rechnung stellen, erklärte gestern TBL-Chef Gerlich.

Der Platz, der schon am Eröffnungsabend der Rathaus-Galerie durch vom Winde verwehten Müll auffiel, liegt grundsätzlich im Sichtbereich von Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn — falls er nicht direkt vom Parkdeck in sein Büro geht (Vom Schreibtisch sieht Buchhorn in Richtung Bergisches Land). Auch deshalb ist wahrscheinlich der Kontrolldruck durch den höchsten Verwaltungsmitarbeiter höher als anderswo.

Den Anwohnern und den Geschäftsleuten der Fußgängerzone kann das Müllproblem am Rathaus-Platz ebenfalls nicht egal sein. "Wir müssen Treppe und Platz per Hand reinigen. Die Kosten fließen in die Reinigungsgebühr ein, die auf alle Anlieger umgelegt wird." Da die Fußgängerzonen eigene Gebührentarife haben, treffen Kostensteigerungen die Hauseigner an der Einkaufszone direkt.

Abgerechnet wird pro laufenden Meter Geschäftsfront und nicht nach Müllaufkommen. Gerlich nimmt sogar den McDonalds-Betreiber und andere Fastfood-Anbieter etwas in Schutz: Wenn sich alle Kunden ordentlich benehmen würden und die großen grünen Mülltonnen auf dem Platz nutzten, gäbe es das Dreckproblem nicht.

Denken Sie auch, dass zu viel Müll auf dem Rathaus-Vorplatz liegt? Wie ist Ihre Meinung?

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ansturm auf Leverkusens Innenstadt.

(RP)