Umbau bei Leverkusener Chemieunternehmen

Chemie-Produktion : Ende 2020 schließt Kronos Sulfat-Bereich in Leverkusen

Ein großes Kapitel in der Geschichte von Kronos Titan geht seinem Ende entgehen. Der Hersteller von Titandioxidpigmenten (machen etwa Zahnpasta weiß) mit Werken in Europa und Nordamerika verabschiedet sich Ende 2020 von der so genannten SP-Sparte.

Die Stellen in dem Bereich fallen weg. Laut Geschäftsführer Ulrich Kabelac sollen damit wohl keine betriebsbedingten Kündigungen verbunden sein.

Seit Kronos Titan Leverkusen 1927 gegründet wurde, stellte das Unternehmen Titandixoid nach dem Sulfalt-Prozess (SP) her. Bis in die 80er Jahre, als die Anlagen größtenteils „auf den moderne und umweltfreundlicheren Chlorid-Prozess umgestellt wurden“; heißt es von Kronos. Die SP-Sparte hat das Unternehmen verkleinert weitergeführt. „Heute trägt die Sulfat-Anlage nur noch 20 Prozent zur Produktionskapazität in Leverkusen bei“, berichtet Kabelac. 80 Prozent werden mit dem Chlorid-Prozess (CP) hergestellt.

Auf den will sich Kronos, dessen größtes Werk mit 610 Mitarbeitern an der Peschstraße steht, konzentrieren, hat strategische Eckpunkte festgezurrt, dazu gehört, weiter in die CP-Anlage zu investieren und die Präsenz am Markt in dem Bereich zu steigern und gleichzeitig, „am Standort Leverkusen den Bereich der Sulfat-Produktion zum Ende des Jahres 2020 nicht weiter zu betreiben“.

Für Leverkusen heißt das: 90 bis 100 Stellen in der SP-Produktion fallen weg. Mit dem Betriebsrat will die Geschäftsführung „den Schließungsprozess ohne betriebsbedingte Kündigungen oder sonstige Anreizprogramme abwickeln“, betont Kabelac. Möglich machen soll das eine Kombination aus anstehenden Pensionierungen und der Eingliederung von Mitarbeitern in neue Aufgaben. „Gemeinsam wollen wir für einen reibungslosen Übergang sorgen, um Arbeitsplätze zu sichern.“ Vergangene Woche wurden die Mitarbeiter informiert.

Leverkusen bleibe im Zentrum der Unternehmensstrategie. Die Schließung der SP-Produktion sei ein „entscheidender Schritt zur Stärkung des Standortes Leverkusen“ und für weiteres Wachstum,unterstreicht Kronos.