Überschwemmung in Frankreich 2018 - Hubschrauber bei Suche nach Leverkusener Zeltlager-Betreuer im Einsatz

Zeltlager in Frankreich überschwemmt: Hubschrauber bei Suche nach Leverkusener Betreuer im Einsatz

Nach der Überschwemmung eines Ferienlagers mit Kindern aus Leverkusen und Region in Südfrankreich sucht die Polizei nach einem vermissten 66-Jährigen. Auch ein Hubschrauber wird eingesetzt. 80 Kinder sowie rund 40 Betreuer konnten in Sicherheit gebracht werden.

Bei dem Vermissten handelt es sich um einen Leverkusener Betreuer aus dem evakuierten Ferienlager, hieß es am Donnerstag von der Gendarmerie und dem Leverkusener Veranstalter St. Antonius. Der Wohnwagen des 66-Jährigen sei in Saint-Julien-de-Peyrolas am Fluss Ardèche vom Wasser mitgerissen und zerstört gefunden worden. Am Freitag wird die Suche nach dem Mann fortgesetzt, dazu werde auch ein Hubschrauber eingesetzt, berichtete der TV-Sender BFMTV unter Berufung auf die Präfektur in Nîmes.

Ein Sprecher des Veranstalters sagte, dass 80 Kinder aus Leverkusen, Monheim, Hilden, Meerbusch, Leichlingen und Köln sowie 30 bis 40 Betreuer im Zeltlager waren. Alle Kinder seien „soweit wohlauf“ und werden in einer Mehrzweckhalle betreut, auch psychologisch. Drei Kinder und fünf Betreuer werden am Abend noch im Krankenhaus behandelt, die Kinder seien nur zur Beobachtung dort.

Das Unwetter kam schnell und heftig, es ließ einen Seitenarm des Flusses anschwellen, schilderten Augenzeugen. „Von jetzt auf gleich stand 1,20 Meter hoch das Wasser auf dem Platz“, sagt ein Helfer der Gemeinde, die am Abend in Leverkusen Spenden sammelt. Sie sollen in der Nacht nach Frankreich gebracht werden. Das Unternehmen Robling hat dafür zwei Transporter zur Verfügung gestellt. Vor allem Kleider, Isomatten und Schlafsäcke werden benötigt. „Zelte, Kleider, alles war mit einem Mal weg“, schildert der Helfer, der Kontakt zu den Betreuern in Frankreich hat. Die Rückfahrt der Teilnehmer werde außerdem organisiert, unklar ist, bis wann das möglich ist.

Swenja Rickert konnte kurz mit ihrem Sohn telefonieren „Bis auf eine Verletzung am Bein geht es ihm gut“, sagt die Mutter. Der 12-Jährige hatte über das Handy einer Betreuerin Kontakt aufnehmen können. „Er hat noch seine Badehose an, seine Jacke und Badelatschen - alles andere ist weg“, sagt die Leverkusenerin.

Das Zeltlager war nach Angaben der Präfektur von Nîmes noch wegen des Unwetters geräumt worden. Eine Vertreterin des Veranstalters erklärte in Leverkusen, dass der Campingplatz komplett überspült worden sei. Eine Wandergruppe und eine Kanugruppe, die noch unterwegs waren, mussten mit Bussen abgeholt werden. Mehrere Eltern berichten übereinstimmend, dass diese Busse im hohen Wasser umkippten und die Kinder dort herausgeholt werden mussten.

Die Region war am Mittwoch von heftigen Regenfällen getroffen worden. Mehrere Campingplätze wurden geräumt. Fast 270 Feuerwehrleute sowie vier Helikopter waren zwischenzeitlich im Einsatz. Die Ardèche ist ein beliebtes Urlaubsziel unter anderem für Kanufahrer und Wanderer. Die Leverkusener Gemeinde St. Antonius bietet seit 61 Jahren Zeltlager in Frankreich an.

mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und dpa

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