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Leverkusen: TV-Sender bucht aus Versehen Geld von Ex-Kunden ab

Leverkusen : TV-Sender bucht aus Versehen Geld von Ex-Kunden ab

Der Bezahlender Sky hat zugesagt, Betroffenen bis zum kommenden Montag das Geld wieder zurückzuüberweisen.

Ein 31-jähriger Leverkusener traute seinen Augen nicht, als er auf seinen Kontoauszug schaute. "Da wurde mir von Sky ein Monatsbeitrag abgebucht, obwohl ich gar kein Kunde mehr bin", erzählt er. Er hätte zunächst beim Pay-TV-Anbieter vor wenigen Wochen ein Angebot angenommen, dieses dann aber wieder fristgerecht gekündigt. "Dass dann dennoch etwas abgebucht wurde, fand ich schon seltsam", berichtet der Opladener. Deshalb hätte er sich zunächst an das Kundencenter gewendet. Die Dame am Telefon erklärte ihm, dass dieses Problem bereits bekannt sei und alle Kunden, die im vergangenen Monat gekündigt hätten, erneut versehentlich belastet wurden.

Eine Gutschrift würde allerdings erst im kommenden Monat erfolgen. "Es sind zwar nicht einmal zehn Euro, da kann ich ja tatsächlich vier Wochen drauf warten und geduldig sein, aber kundenfreundlich ist das nicht", merkt der Opladener, dessen Name der Redaktion bekannt ist, an. "Bei meinem Freund bestand dann tatsächlich auch das gleiche Problem, auch er wurde fälschlicherweise belastet."

Und auch in den sozialen Netzwerken brachten viele Kunden ihren Frust zum Ausdruck: "Unfassbar.... Ich dachte, ich wäre ein Einzelfall. Fristgerecht Sky gekündigt und trotzdem wird abgebucht. Habe eine Kündigungs-Bestätigung erhalten! Ich erwarte umgehend eine Rückerstattung", war von einer Facebook-Nutzerin etwa zu lesen. Auch weitere Kunden sprachen von "Abzocke", einem "Trauerspiel" oder davon, sich rechtliche Schritte zu überlegen, sollte nicht schnellstmöglich etwas unternommen werden.

Auf Anfrage unserer Redaktion Anfang der Woche war der Fall auf offizieller Seite noch nicht bekannt. Am Montagabend schickte der Pay-TV-Sender dann diese Nachricht: "Leider gab es letzten Freitag ein technisches Problem, weshalb vereinzelt Verträge von Sky-Ticket-Kunden, die fristgerecht gekündigt haben, nicht automatisch beendet wurden und die Gebühr für den nächsten Monat fälschlicherweise noch verrechnet wurde. Wir haben die betroffenen Kunden identifiziert und werden ihnen die Gebühr selbstverständlich zurückerstatten. Wir möchten uns vielmals für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigen."

Für den Opladener reicht das nicht wirklich aus: "Ich verstehe nicht, warum ich jetzt vier Wochen warten muss, bis mein Geld wieder zurückgebucht wird. Ich kann ja als Kunde auch nicht sagen, auf meinem Konto war gerade kein Geld, ich zahle erst nächsten Monat", moniert er. Mit dieser Meinung war er nicht allein. Als "Hinhaltetaktik" bezeichneten einige Social-Network-Nutzer das Vorgehen des Pay-TV Anbieters.

Gestern dann Entwarnung für Betroffene. Es meldete sich der Kundenservice bei dem Opladener: Bis spätestens Montag, 11. September, werde das Geld zurückerstattet. Kunden, die von dem Vorfall betroffen seien, würden auch noch per E-Mail darüber informiert.

(hawk)