Opladen: Turbulente und unschöne Mieterverein-Sitzung

Opladen: Turbulente und unschöne Mieterverein-Sitzung

Es war eine schwere Geburt, aber jetzt hat der Mieterverein Leverkusen wieder einen ordentlich gewählten Vorstand. "Endlich können wir uns wieder auf die Sacharbeit konzentrieren", sagt Geschäftsführer Volker Ziaja, der nach einer zweieinhalbstündigen Sitzung ziemlich geschafft war.

Dabei gab es für diese neu angesetzte Mitgliederversammlung, von der die Öffentlichkeit ausgeschlossen war, nur einen einzigen Tagesordnungspunkt: Ergänzungswahlen zum Vorstand.

Gewählt hatten die Mitglieder bereits im November, aber nachdem der ehemalige Beisitzer im Vorstand, Wolfgang Opitz, eine Anfechtungs- und Feststellungsklage eingereicht hatte, entschloss man sich lieber zu sauberen Neuwahlen, als die Dinge vor Gericht auszutragen. Grund für die Anfechtbarkeit der Wahl waren Formfehler in Bezug auf einzelne Personen. Weil die ganze Liste en bloc gewählt worden war, sah man die ganze Wahl als ungültig an. Mit einer Ausnahme: Walter Goch bestimmte die Versammlung im November ordnungsgemäß zum Vorsitzenden. Er löste Hans Klose ab, der diesen Posten 25 Jahre inne hatte.

Von Zwischenrufen begleitet

Zum gewählten Team gehören nun: Miriam Hoffmann als Stellvertretende Vorsitzende, Andrea Lampe als Schriftführerin, Karin Reimann als Kassiererin und Martina Frimmersdorf als Beisitzerin. Diesem klaren Ergebnis ging eine ziemlich turbulente Sitzung mit unschönen Szenen und diversen Zwischenrufen aus dem SPD-Lager um den ehemaligen Vorsitzenden Hans Klose voran, berichtet Ziaja. Die ehemalige stellvertretende Vorsitzende Christiane Bornmann, SPD-Ratsmitglied in Leichlingen, habe mehrfach lautstark gegen die Durchführung der Veranstaltung protestiert und viel Unruhe in den Saal gebracht. In allen Punkten beantragte die Gruppe geheime Wahl.

Überraschend trat Kläger Wolfgang Opitz als Gegenkandidat von Miriam Hoffmann zur Wahl des stellvertretenden Vorsitzenden an. Als er dabei unterlag, versuchte er es später nochmals und kandidierte als zweiter Beisitzer – ohne Gegenkandidat. Die Versammlung wählte ihn einfach weg.

Heftig umstritten war auch die Wahl des Kassierers. Goch und Ziaja hatten Karin Reimann vorgeschlagen, die schon in der Klose-Ära Vorstandsmitglied war, sich aber wegen massiver Auseinandersetzungen zurückgezogen hatte. Gegenkandidat war Jürgen Kiel. Der habe sich im Vorfeld durch Weitergabe vertraulicher Informationen gegenüber Presse und unbeteiligten Dritten selbst disqualifiziert, erklärte Goch den Mitgliedern, die sich mehrheitlich für Karin Reimann entschieden. Beim nächsten regulären Treffen im Herbst will der neue Vorsitzende Satzungsänderungen vorschlagen und die ersten Ergebnisse seiner Tätigkeit präsentieren.

(RP)