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Advent Türöffner: Tür auf - Für ein neues Zuhause?

Advent Türöffner : Tür auf - Für ein neues Zuhause?

Das Öffnen von Türen gehört zum Advent. In unserer Serie stellen wir jeden Tag einen Menschen aus der Region vor, der die Türen für andere öffnet - auch im übertragenen Sinn.

HILDEN Im Hildener Tierheim öffnen Tierschützer den Tieren, die in Not sind, viele Türen. "Die erste ist die Eingangstüre", sagt Thomas Mielke. "Dann die Türen zur Auffangstation, zum Tierarztraum, zu den Zwingern, zum Katzenhaus . . ."

Für die Tiere sind es allesamt Türen auf dem Weg in ihr neues Zuhause. Seit 17 Jahren schon ist Mielke Leiter des Tierheims. Und es ist für ihn nicht nur ein Job - eher eine Berufung. "Tiere gehörten immer schon zu meinem Leben", sagt er. "Wir alle hier lieben Tiere und haben ein Gespür für sie."

Was braucht man noch als Tierpfleger? Mielke lacht: "Sich nicht scheuen vor Schmutz und Dreck und naturverbunden sein." Aber Tierleid zu sehen, das sei immer noch sehr schwer für ihn. "Eine gute Mischung Empathie und professionelle Einstellung hat sich da bewährt", meint er. Und dann strahlt er: "Wir bekommen auch sehr viel zurück." Denn da sind sind zum Beispiel die Tiere, die hier gesunden, wieder fröhlich sind oder die Dankes-Briefe von neuen Haltern mit Fotos von ehemaligen Schützlingen des Hildener Tierheims. Der Arbeitsalltag in der Einrichtung ist vielfältig und oft chaotisch für die Tierpfleger. Da hilft es, dass Thomas Mielke selbst Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. "Er ist der ideale Ansprechpartner für das Team und für die Menschen, die zu uns kommen", lobt Manja Bretschneider, Schriftführerin des Tier- und Naturschutzvereins, ihren Chef. "Er hat hier das große Ganze im Auge, und er hat immer für uns alle ein offenes Ohr." Er helfe überall mit, wo Not am Mann sei. Und das beginnt jeden Morgen ganz früh beim Kontrollgang.

"Wir schauen nach, ob alles in Ordnung ist, ob Tiere Hilfe brauchen, weil sie vielleicht erkrankt sind. Danach ist Team-Besprechung, in der es um die Koordinierung der Pflege und Versorgung der Tiere, Reparaturen oder neue Projekte geht", erzählt Mielke. Danach warten auf ihn Gespräche mit Behörden, dem Veterinäramt, mit dem Tierarzt oder der Tierrettung. "Vor 15 Uhr müssen wir fertig sein, weil dann das Tierheim für die Vermittlung geöffnet ist", sagt Bretschneider.

Wenn Mielke nach dem letzten Rundgang durch das Haus nach Hause fährt, sind seine Gedanken noch im Tierheim. "Ich habe unsere Tiere immer im Kopf und im Herzen. Von dem Zeitpunkt an, wo sie durch die erste Türe zu uns hineinkommen und wir sie uns anschauen."

Thomas Mielke lächelt: "Wir heißen sie willkommen, versorgen sie, päppeln sie auf und hoffen, dass wir auch jene Türe für sie öffnen können, die sie in ein neues liebevolles Zuhause führt. Zur Freude von uns allen hier."

(RP)