TSG Leverkusen schickt erste Standard-Formation aufs Turnierparkett

Formationstanz bei der TSG Leverkuen : Synchrone Perfektion auf dem Parkett

Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte bringt die TSG Leverkusen in dieser Saison eine Standard-Formation an den Start.

Schwungvoll und elegant wirbeln sie umher, die Damen in ihren wallenden feuerroten Kleidern, geführt von ihren Partnern, schick in schwarzen Stoffhosen und passendem Pullunder über dem weißen Hemd. Wie schwerelos gleiten die Paare synchron übers Parkett zum Lied „I can go the distance“ aus Disneys Herkules. Drehung links, Drehung rechts, Chassé, ein Tango-Grundschritt und dann ein Tempo-Wechsel zum 3/4 –Takt.

Acht Paare haben sich binnen kürzester Zeit eingetanzt und eine anspruchsvolle Choreografie erarbeitet, die sie bei ihrem Abschlusstraining am Sonntag der Öffentlichkeit vorstellten. Kommenden Samstag tritt die Formation damit beim Turnier in Rüsselsheim auf.

Gefesselt verfolgten die Zuschauer von den Sitzplätzen, wie sich die Paare durch den ganzen Raum bewegten, zu Slowfox-Rhythmen, Tango und langsamem Walzer. Dabei nahmen die Tänzer immer wieder verschiedene Positionen ein, drehten sich ineinander und kreuz und quer. Alles innerhalb der Formation, mal in Diagonale, mal geschlossen als Raute. Was die Formation da präsentierte, ist beeindruckend. Vor allem, weil diese Formation aus leistungsunterschiedlichen Paaren erst seit einem Dreivierteljahr besteht.

Zu Recht zeigte sich das Trainer-Dreiergespann, Marco Walz, Oliver Wöstenfeld und Christina Hopfgartner, am Ende des Abschlusstrainings, stolz über die erbrachte Leistung ihrer Schützlinge. „Das war schon eine Herausforderung“, gab Wöstenfeld zu. Weil die Paare alle ein unterschiedliches Leistungsniveau mitbrachten – die einen sind blutige Anfänger, die anderen haben bereits an zahlreichen Turnieren teilgenommen – wurden zunächst die Schritte der verschiedenen Tänze vermittelt, später die Choreografie aufgebaut und erst „zum Schluss, als allen klar war, in welche Richtung jeder tanzen muss, wurden die Bilder aufgebaut“. Mit den Bildern meint Wöstenfeld die Tanzpositionen der Paare, die zusammengenommen ein Bild ergeben wie Rauten, Diamanten, Linien oder Diagonalen.

Die Leistung der Paare kann sich sehen lassen. Doch: „Wir haben erst mal keine Erwartungen im Team“, sagte Wöstenfeld. „Aber, wenn man sich anschaut, was wir nur in einem halben Jahr erreicht haben – und ohne die anderen Teams zu kennen – dann glaube ich nicht, dass wir Letzte werden.“ Aufgeregt ist Silke Kolodziej schon jetzt, obwohl das Turnier erst in einer Woche ist. Die 47-Jährige tanzt zum ersten Mal in einer Formation und auch ein Turnier wird für sie eine Premiere sein. „Es macht einfach sehr viel Spaß mit der Gruppe zusammen.“ Ehemann Norbert (48) ist ebenfalls begeistert: „Wir haben viele neue Techniken gelernt, die man in der Tanzschule so, sicherlich nicht gelernt hätte.“

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