Tierheim Leverkusen Eine Python wartet auf neuen Besitzer

Leverkusen · Nicht nur Hunde und Katzen werden kurz vor dem Urlaub abgeschoben. Auch eine Python wurde vor Kurzem in einem Garagenhof ausgesetzt. Jetzt wartet sie im Tierheim Leverkusen auf ein neues Zuhause.

 Gerd Kortschlag zeigt die noch namenlose Würgeschlange, die derzeit ein temporäres Zuhause in Tierschutzzentrum gefunden hat.

Gerd Kortschlag zeigt die noch namenlose Würgeschlange, die derzeit ein temporäres Zuhause in Tierschutzzentrum gefunden hat.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Glatte Haut, gleitend schlängelnde Bewegungen, züngelnde Zunge – so stellen sich die Wenigsten einen Tierheim-Bewohner vor. Im Leverkusener Tierschutzzentrum sind derzeit aber nicht nur flauschige Vierbeiner zu Hause.

„Neben zahlreichen Kaninchen, die wir diese Sommerferien überraschend oft in Pappkartons auf unserem Parkplatz vorfanden, gehört seit Kurzem auch eine Python zu den Bewohnern unseres Hauses“, sagt Gerd Kortschlag, Vorsitzender des Tierschutzbundes Leverkusen. Die Feuerwehr fand die ausgesetzte Würgeschlange auf einem Garagenhof und brachte sie zu Kortschlag und seinen Kollegen ins Tierschutzzentrum. Diese haben seit vergangenem Jahr einen Terrariumbereich  und  daher dem nicht giftigen Neuzugang ein neues, übergangsmäßiges Zuhause geben können. Da es sich bei Schlangen um Gefahrtiere handelt, sind ausgebildete Tierpfleger nötig, die den Umgang mit Exoten gelernt haben.

In den zurückliegenden Jahren konnte sich das Tierschutzzentrum nicht über einen erheblichen Anstieg der dort abgegebenen Tiere in den Sommerferien beschweren. „Im Gegensatz zu umliegenden Städten hat es sich bei uns in Grenzen gehalten“, berichtet Kortschlag. Dieses Jahr macht die Bedenkenlosigkeit einiger Tierbesitzer aber auch dem Tierheim an der Wupper zu schaffen. Rund um die Sommerferien geht es für viele Familien in den Urlaub. Dort ist meist keinen Platz für das Haustier. So wird das geliebte Familienmitglied plötzlich zur Last und muss schnellstmöglich weg. Oft bleibt keine Zeit mehr, auf einen Platz im Tierheim zu warten, da die Wartelisten immer länger werden. Das Aussetzen der Tiere scheint da die einfache Lösung.

„Das Komplizierte bei Fundtieren ist, dass wir nichts über das Tier und seine eventuellen Krankheiten wissen“, erläutert Kortschlag. Die aufgelesenen Tiere kommen erstmal in Quarantäne, bis sie die Eingangsuntersuchung und mögliche Impfungen hinter sich haben. Das ist zeit- und kostenaufwendig, gerade in Zeiten, in denen Tierarztkosten steigen. „Wenn sich jemand, aus welchem Grund auch immer, von seinem Haustier trennen muss, sollte er wenigstens so viel Mut besitzen, bei uns zu klingeln und uns die wichtigsten Informationen zu geben. Das spart sehr viel Geld, was wir zur Erweiterung unserer Anlage nutzen können. Keine Sorge, wir sind auch keinem böse, der ein Tier abgibt“, sagt der Vorsitzende.

Bevor sich Tierhalter dazu entscheiden, vor dem geplanten Urlaub ihre Vierbeiner, Vögel oder Exoten auszusetzen, sollten sie sich an Nachbarn oder Verwandte wenden, rät Gerd Kortschlag. Einige Tierheime bieten „Tier-Pensionen“ oder „Tier-Hotels“ an, in denen Haustiere für einige Tage oder Wochen untergebracht werden können. Dazu zählt etwa das „Pfötchenhotel“ in Hilden. Das Leverkusener Zentrum bietet auch eine Tier-Pension an, muss aber wegen Überlastung durch Fundtiere Abstriche bei den Plätzen für Pensionstiere machen.

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