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Tierheim Leverkusen braucht Desinfektionsmittel

Interview Gerd Kortschlag : Tierschutzzentrum braucht Desinfektionsmittel

Die Einrichtung bleibt für Besucher geschlossen, ebenso wie die Tierpension. Spenden gehen zurück. Es fehlt auch Putzseife.

Das Tierschutzzentrum  ist bis auf weiteres geschlossen. Tierbesitzer sollten grundsätzlich, aber gerade jetzt, rechtzeitig vorsorgen und für ihre Schützlinge ein Notfallpaket mit Impfpass oder Futter- und Medikamentenplan zusammenstellen. Nur dann sei eine ordentliche Versorgung des Tieres zu gewährleisten. Darauf weist Gerd Kortschlag, Leiter des Leverkusener Tierschutzzentrums, erneut hin.

Herr Kortschlag, wie klappt aktuell die Versorgung der Tiere?

Kortschlag Bis jetzt gut, obwohl zwei Mitarbeiter in Hausquarantäne, drei anderweitig erkrankt sind. Das übrige Personal ist in zwei Gruppen aufgeteilt, die wechselweise jeweils zwei Tage arbeiten. Das klappt allerdings nur solange wir keine weiteren Ausfälle haben. Außerdem können wir Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit oder Urlaub schicken, da die Versorgung der Tiere kontinuierlich gewährleistet sein muss.

Das Tierheim ist auch für Gassigänger, Katzenstreichler und andere Helfer gesperrt?

Kortschlag Ja, denn die Versorgung der Tierheimtiere hängt von einem gesunden und leistungsstarken Tierpflegerteam ab. Deshalb möchten wir den Kontakt unserer Mitarbeiter zu Außenstehenden auf ein Mindestmaß reduzieren. Damit die Tiere dennoch Bewegung erhalten, müssen wir sehen, dass wir zumindest die Hunde rausbringen. Auf dem Freigelände können sie sich dann austoben.

Müssen Sie mehr Tiere versorgen, als üblich?

Kortschlag Nein, zu aktuell 130 Tieren sind zum Glück keine weiteren hinzugekommen, die von ihren Besitzern wegen Quarantäne oder anderer Krankheiten nicht mehr versorgen konnten.

Können Sie dennoch Pensionstiere aufnehmen?

Kortschlag Nein, das ist zurzeit aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich.

Ist genügend Futter vorhanden?

Kortschlag Ja, wir erhalten regelmäßige Lieferungen und einige Futterspenden. Aber das ist es nicht alleine.

Gibt es noch weitere Probleme?

Kortschlag Der Rückgang an Geldspenden stellt für uns ein ganz großes Problem dar. Das führt einerseits dazu, dass es künftig schwieriger wird, Futter kaufen zu können. Aber – und darüber macht sich kaum jemand Gedanken – uns fehlt das dringend benötigte Geld auch zur Besorgung anderer Verbrauchsmaterialien wie etwa Putzmitteln, Handschuhen oder Schutzkleidung. Ganz besonders mangelt es an Desinfektionsmitteln für Flächen und Hände.

Können Sie dennoch Tiere vermitteln?

Kortschlag Da wir keine Besucher haben, ist natürlich auch die Tiervermittlung weitestgehend eingestellt. Ernsthaft Interessierte könne sich aber unter der Rufnummer 0217-299401 erkundigen und einen gezielten Besuchstermin vereinbaren. Weitere Informationen im Internet: www.tsvlev.de