Thementag in Leverkusen Thomas-Morus-Schüler finden Mobbing einfach „uncool“

Leverkusen · Komiker Tom Lehel war mit seinem Präventionsprogramm zum Thema Mobbing an der Grundschule in Schlebusch zu Gast. 130 Kinder aus den dritten und vierten Klassen setzen sich auf humorvolle Art mit einem ernsten Thema auseinander.

 Die Botschaft ist klar: Mobbing – das macht man nicht. Das erfuhren die Schle­buscher Grundschüler jetzt auf spielerische Art.

Die Botschaft ist klar: Mobbing – das macht man nicht. Das erfuhren die Schle­buscher Grundschüler jetzt auf spielerische Art.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Coole Pop- und Rocksongs, zu denen Kinder ausgelassen singen und tanzen konnten, dazu feinsinnige Comedy, die sie zum Lachen brachte. Derart abwechslungsreich gestaltete sich am Mittwoch eine Veranstaltung in der Schlebuscher Thomas-Morus-Grundschule. Doch so amüsant sich das Schulevent für rund 130 Kinder aus den dritten und vierten Klassen auch erschien, so ernst war dessen Hintergrund: Es ging um Mobbing. Seit die Kinder aus dem Homeschooling zurück in die Schulen gekommen seien, habe sich vieles verändert, sagte Tom Lehel. Der Schauspieler ist Urheber des von der Universität München wissenschaftlich begleiteten und evaluierten Mobbing-Präventionsprogramms „Wir wollen Mobbingfrei“. Gefördert und veranstaltet wird es in Leverkusen speziell von der Krankenkasse Pronova.

„Mobbing ist ein wichtiges Thema, denn Mobbing macht krank“, bekundete Pronova-Sprecherin Maria Boddez. Die Isolation in der Coronazeit habe bei den Kleinen „eine ähnliche Wirkung wie Mobbing“ ausgelöst, setzte der Mann mit der wilden Fönfrisur hinzu. „Viele fühlen sich alleine und ausgestoßen.“ Lehel hat Mobbing selbst erlebt. Denn sein heute 14-jähriger Sohn wurde in der Grundschule tyrannisiert. Das war 2018 Anlass für ihn zur Gründung der Stiftung „Mobbing stoppen! Kinder stärken!“ Auf Nachfrage erklärte die neunjährige Schülerin Michaela: „Ich hatte bis jetzt noch keine Probleme mit Mobbing. Aber ich kenne ein Mädchen, dass an ihrer alten Schule gemobbt wurde, ehe sie zu uns kam.“ Er wisse, was Mobbing sei, habe es bei „Gewaltfrei Lernen“ kennengelernt, berichtete der gleichaltrige Can und betonte: „Ich bin gegen Mobbing. Das ist uncool.“ Denselben Standpunkt vertrat Hanna: „Ich möchte selber nicht gemobbt werden und auch nicht, dass andere Leute gemobbt werden.“

Sonderpädagoge Thomas Spilles ergänzte: „Gerade in der Grundschule werden die Weichen für ein wertschätzendes Miteinander gestellt. An den weiterführenden Schulen ist es ebenfalls ein Thema, steht aber nicht in dem Maße im Vordergrund, wie das Fachliche. Umso wichtiger ist es, die Augen bei den Kleinen nicht zu verschließen. Eine wichtige Rolle spielt natürlich auch das Elternhaus.“

Und was können Eltern tun, um ihren Kindern zu helfen? „Das allerwichtigste ist zuhören“, antwortete Lehel. „Nur wenn sich Kinder gegenüber den Eltern öffnen, ihnen alles erzählen und vor ihnen weinen dürfen, entsteht ein intensives Vertrauensverhältnis. Wenn das gegeben ist, können Eltern dem Nachwuchs wirklich helfen“, unterstrich er. Weitere Schulen haben bis 31. März die Gelegenheit, sich ebenfalls für das Programm zu bewerben: www.wirwollenmobbingfrei.com.

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