Theateraufführung: "Der Name der Rose" am Freiher-vom-Stein-Gymnasium

Bühnenfassung "Der Name der Rose" in Schlebusch : William von Baskerville ermittelt nach mysteriösen Todesfällen

Die freie Theatergruppe am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium zeigt eine Bühnenfassung des Romans „Der Name der Rose“.

War es ein tragischer Unfall oder ein Suizid, der sich kurz vor dem Eintreffen des Franziskaner-Mönchs William von Baskerville, seines Adlatus’ und dem Novizen Adson in der Benediktiner-Abtei im Appenin ereignete, wo William an einem Disput teilnehmen sollte? William, mit wachem Geist und guter Kombinationsgabe ausgezeichnet, tippt auf Mord. Was sich mit weiteren ebenso plötzlichen wie mysteriösen Todesfällen zu bestätigen scheint. Aber was steckt dahinter? Sind es die Zeichen der bevorstehenden Apokalypse nach der Offenbarung des Johannes? Oder stecken doch eher irdische Interessen hinter der Mordserie.

Dass William schließlich das Geheimnis in einem Buch des Aristoteles entdeckt, das sorgsam in der Abtei-Bibliothek verwahrt wird, wissen alle, die den Erfolgsroman „Der Name der Rose“ von Umberto Eco gelesen oder die Verfilmung von Jean-Jacques Annaud mit Sean Connery in der Hauptrolle gesehen haben. Die Freie Theatergruppe des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums hat nun die Theaterfassung von Claus J. Frankl auf die Schulbühne gebracht. Am Samstagvormittag war Generalprobe, die Premiere ist am morgigen Freitag.

Die langjährige Leiterin der Truppe, in der auch Ehemalige mitspielen, Edith Englich, hatte das Stück schon seit Jahren auf ihrer Wunschliste. Insofern ist es eher Zufall, dass der Stoff gerade aktualisiert wird. Neben einer Serien-Adaption gibt es auch eine Musical-Produktion.

Die Schlebuscher Theatergruppe hat das Drehbuch leicht gekürzt und der vorhandenen Besetzung angepasst, die gut zur Hälfte weiblich ist. Weil die Regisseurin wenig von Frauen und Mädchen in Hosenrollen hält, wollte sie diese nicht einfach in Mönchskutten stecken. Stattdessen wurde der Schauplatz des Mittelalter-Krimis in ein Benediktinerinnen-Kloster umfunktioniert. Auf der Freiherr-vom-Stein-Bühne sind es also Nonnen, die die bedeutende Bibliothek bewachen und reihenweise umgebracht werden. Das Bühnenbild, das wieder unter der Leitung von Marion Heyne gebaut wurde, ist relativ schlicht. Eine Mauer aus Pappkartons deutet die historische Bauweise an, davor zwei gewaltige romanische Säulen. Dazwischen ereignet sich das ganze Geschehen. Zum häufigen Szenenwechsel genügen nur wenige Requisiten. Schnelle Übergänge verhindern Spannungsabfall.

Und spannend ist es, selbst wenn man Film und Buch längst kennt. Im Gegenteil kann man sich dann sogar noch besser auf manche Äußerung und Andeutung konzentrieren. Die Nonnen, die sich bei Glockengeläut mit den Gästen zur Andacht versammeln, spielen engagiert und haben trotz der einheitlichen Ordenstracht charakteristische Merkmale herausgearbeitet, die den Zuschauern die Unterscheidung ermöglicht. Markant und überzeugend spielen die Mönche und der gefürchtete päpstliche Inquisitor.

Aufgeführt wird „Der Name der Rose“ am 13. und 16. September, jeweils um 19.30 Uhr, in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, Morsbroicher Straße 77.

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