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Leverkusen: Teillösung für Baustelle Opladen

Leverkusen : Teillösung für Baustelle Opladen

Beim Treffen mit Mitarbeitern von TBL und Strabag konnte Jan Schreckenberg einen von zwei Tagen Vollsperrung am Berliner Platz abwenden. Er befürchtet aber weiter massive Einbußen für sein Geschäftszentrum.

Als Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) hat Reinhard Gerlich Erfahrungen gemacht mit Straßenarbeiten: Nicht selten beschweren sich Betroffene zunächst, aber wenn alles auf Vordermann gebracht wurde, sind sie froh. Bei der Baustelle in Opladen sei das nicht anders: "Das läuft ja auch immer ein bisschen unter dem Motto ,Sozialverpflichtung des Eigentums'. Wenn die nachher — weil dann alles schön ist — einen wirtschaftlichen Vorteil haben, geben die uns davon doch auch nichts ab", sagte Gerlich beim gestrigen Ortstermin.

Am Nachmittag traf er sich mit seinen Mitarbeitern, denen der Straßenbau-Firma Strabag sowie mit Jan Schreckenberg auf dem Gelände von dessen Geschäftszentrum am Berliner Platz. Schreckenberg hatte vorige Woche einen Wut-Brief an Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn geschrieben, sich über die Baustelle zwischen Kreisverkehr und Wupper beschwert (wir berichteten). Vor allem, weil die Straße Ende Oktober zur endgültigen Fertigstellung zwei Tage komplett gesperrt werden sollte.

Keine Sonntagsarbeit

Zumindest einen Tag Vollsperrung räumten die Beteiligten gestern aus dem Weg. Die Arbeiter werden mit der Pflasterung des Rad- und Gehweges am Berliner Platz beginnen, den frisch gemachten Weg mit einer bituminösen Fläche abdecken, um eine Fahrbahn daraus zu machen, während auf den eigentlichen Fahrbahnen die ersten beiden Deckschichten (Trag- und Binderschicht) aufgetragen werden. Am Ende des Parkplatzes wird eine provisorische Einfahrt eingerichtet, damit der Parkplatz des Geschäftszentrums erreichbar bleibt.

Aber: "Die letzte Fahrbahndecke muss in einem durchgezogen und abgewalzt werden und abkühlen", erklärte Strabag-Bauleiter Horst Voeste. "Sonst haben wir an den Stellen, die nicht aus einem Guss sind, so genannte Nähte." Und das, erklärte Reinhard Gerlich schnell, wäre ein Kompromiss auf Kosten der Qualität. "Das darf nicht sein", sagte der TBL-Chef. "Wenn wir also Samstag um zwölf Uhr anfangen, müssen die Leute das eben mal aushalten." Sechs Stunden bräuchten seine Mitarbeiter, weitere vier bis sechs Stunden seien notwendig, damit der Asphalt auskühlen könne, fügte Voeste hinzu.

Der Vorschlag von Schreckenberg, die Arbeiten doch möglichst an einem Sonntag auszuführen, lehnten alle rundweg ab. Die Strabag, weil dafür erst der Betriebsrat zustimmen müsse, Gerlich, weil er argumentierte, dafür müsse man eine Genehmigung der Bezirksregierung besorgen, und das sei "eine sehr langwierige Sache". Von den zusätzlichen Kosten ganz zu schweigen.

(RP)