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Taxifahrer in Leverkusen wusste nichts von Freifahrt

Aufzug Bahnhof Opladen : Taxifahrer wusste nichts von Freifahrt

Immer wieder Ärger mit dem Aufzug am Bahnhof Opladen. Eine 95-Jährige wollte das Angebot der Bahnstadt nutzen, beim Ausfall des Lifts kostenfrei ein Taxi zu nehmen und erntete Kopfschütteln. Sie meldete sich bei unserem Bürgermonitor. Wir fragten nach.

Immer wieder streikt der Aufzug am Bahnhof Opladen und sorgt für Probleme. Zuletzt traf es eine 95-jährige Seniorin, die den Lift – von der Lützenkirchener Straße kommend – nutzen wollte, um einige Besorgungen in der Innenstadt zu machen und sich dort mit Bekannten zu treffen. Als sie sah, dass der Fahrstuhl mal wieder außer Betrieb war, rief sie – wie von der Bahnstadt empfohlen – ein Taxi herbei. Und staunte, als der Fahrer behauptete, nichts von dem Abkommen zu wissen, wonach die Kosten für die kurze Fahrt von hüben nach drüben übernommen werden.

Bahnstadt-Geschäftsführer Andreas Schönfeld selbst hatte für mobilitätseingeschränkte Nutzer die Möglichkeit eingeführt, bis zum Bahnhofsbrückenzugang Werkstättenstraße ein kostenfreies Taxi oder den Bus zu nutzen. „Meine Mutter wäre lieber mit dem Bus gefahren, als sich den Diskussionen mit dem Taxifahrer auszusetzen. Aber der Einstieg mit dem Rollator ist für sie nicht so ganz einfach zu bewältigen“, beschrieb die Tochter nach dem Vorfall und ergänzte: „Wegen Corona leidet sie ohnehin schon unter zahlreichen Einschränkungen. Jetzt kommt das auch noch dazu“, echauffierte sich die Verwandte, ehe sie sich hilfesuchend an unsere Redaktion wendete.

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Selbstverständlich wisse das Taxiunternehmen Bescheid, lautete die spontane Antwort des Bahnstadt-Sprechers. „Eigentlich hat sich dieser Hilfstransport gut eingespielt, was wir durch die monatlichen Abrechnungen des Taxi-Dienstes belegen können“, teilte er mit. Er gehe davon aus, schaltete sich Schönfeld ebenfalls in die Diskussion ein, dass die Kommunikation beim Taxiunternehmen an diesem Tag schlecht funktioniert habe. Außerdem seien die Fahrer allesamt informiert und hätten über Funk in der Zentrale nachfragen können. Nach einem Telefonat zwischen Bahnstadt-Sprecher und Tochter meldete sich diese erneut und teilte mit, die Angelegenheit sei erledigt.

Nachdem die Stadt zuletzt eine Betriebszeit von nicht mal 70 Prozent feststellte, wird das Gerät am Treppenturm zur Bahnhofsbrücke ohnehin ausgetauscht. „Immer wieder kommt es zu Ausfällen und technischen Störungen, was zu einem erhöhten Arbeitsaufkommen der Technischen Betriebe (TBL) und zu Verärgerung in der Bevölkerung führt. Eine dauerhafte Verbesserung der Situation... ist nicht abzusehen“, argumentierte die Stadt, ehe der Rat vor Monaten den Beschluss fasste, den Aufzug noch in diesem Turnus auszutauschen und damit schnellstmöglich eine verlässliche Transportmöglichkeit am Bahnhof Opladen zu erreichen.

Bis zum Jahresende wird der Auftrag vergeben. Abgesehen davon sei der Aufzug seit diesem Vorfall nicht mehr ausgefallen, berichtete Schönfeld.