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Tauziehen um Senioren-Hochhaus in Leverkusen-Alkenrath

Am Montag geht die Diskussion im Bauausschuss weiter : Tauziehen um Senioren-Hochhaus in Alkenrath

Im vergangenen Jahr legten mehr als 200 Anwohner Protest gegen das Projekt ein. Auch die Politik ist sich uneins über das Vorhaben von Investor Kay Lange.

Das politische Tauziehen um das Grundstück des ehemaligen evangelischen Gemeindezentrums in Alkenrath hält an. Die SPD-Fraktion begrüßt die Baupläne für eine Kita und ein Hochhaus mit Apartments für betreutes Wohnen. „Wir werden zustimmen“, sagt SPD-Ratsherr Sven Tahiri. Opladen Plus-Vertreter Christoph Pesch dagegen äußerte im Umweltausschuss „Bauchschmerzen mit der Planung“. Die CDU-Fraktion zögert ebenfalls. CDU-Ratsherr Frank Schmitz (Alkenrath ist sein Wahlkreis) beklagte im Ausschuss, dass für den beantragten Projektumfang die Akzeptanz in der Nachbarschaft weiter zu gering sei. Immerhin haben vergangenes Jahr 227 Anwohner Protest eingelegt, speziell gegen das etwa 24 Meter hohe Wohngebäude.

Investor Kay Lange (CC Coeln Consult) hat vor fünf Jahren das 6640 Quadratmeter große Areal erworben (Bereich zwischen Alkenrather Straße, Geschwister-Scholl-Straße, Fußweg zum Bürgerbusch und Teich). Erst sollten acht Einfamilienhäuser entstehen, dann eine psychosomatische Klinik. Beides wurde verworfen. Jetzt will Lange Angebote schaffen, die laut Stadt der Altersstruktur des Stadtteils entsprechen. Die Kita ist für acht Gruppen mit 120 Kindern ausgelegt (es wäre die dritte Kita in Alkenrath). Das Seniorenhaus wird Kleinwohnungen für 60 Bewohner und 20 Tagespflegeplätze bieten.

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Schmitz relativierte seine Bedenken im Ausschuss dann etwas: Prinzipiell habe die CDU nichts gegen die Baupläne, allerdings hätten die Anwohner ihren Sprecher Hanno Leonhardt verloren. Er sei im Dezember gestorben. „Die Nachbarn haben es aber verdient, dass ihnen das Vorhaben detailliert erklärt wird.“ CDU-Fraktionschef Stefan Hebbel bestätigte am Freitag, dass die CDU das Projekt vertagen wolle – vor allem wegen des Kirchturm hohen Seniorenhauses, das laut Gutachten gerade im Winter zeitweise lange Schatten auf die gegenüberliegende Einfamilienhaus-Siedlung werfen wird.

Persönlich hält Hebbel nichts von einer weiteren Verzögerung. Die Stadt brauche mehr Plätze in Kitas und mehr Kapazität für betreutes Wohnen. Deshalb wirbt er dafür, „den Spagat zwischen gesamtstädtischem Bedarf und den gerechtfertigten Interessen von Anwohnern zu schaffen“. Er stelle sich nicht gegen die Parteifreunde, sondern betrachte die stadtweite Situation. Immerhin fehlen nach Stadtangabe 1000 Kita-Plätze. Der Bau eines Hochhauses liegt derzeit im politischen Trend. Die Bauexperten der Stadt bezeichnen solche Bauten als „sparsamen Umgang mit dem Boden durch hohe vertikale Ausnutzung“. Am Montag wird das Projekt im Bauausschuss weiter beraten.