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„Tanzdemo“ gegen Corona-Frust in Leverkusen

Protestmarsch in Leverkusen : „Tanzdemo“ gegen Corona-Frust

Linker Ratsherr führt Protestmarsch für mehr Freiräume für Jugendliche mit künstlichem Nebel und lauter Musik an. Anwohner beschweren sich.

„Sie wollen uns nicht hören, doch wir werden laut sein“, heißt es im Songtext der österreichischen Reggaegruppe „Iriepathie“. Passend zu diesem Slogan zogen am Samstagabend rund 30 junge Leute hüpfend, hopsend und begleitet von lautstarken Protestsongs durch die Opladener Innenstadt. Dabei kam sogar ein wenig Karnevalsfeeling auf. Doch ihre Forderungen hatten nichts mit einem Narrenfest gemeinsam.

Es ging um Elementares, als ein Sprecher aufzählte: „Wir fordern die Schaffung unabhängiger Kulturangebote, die für Jugendliche auch ohne finanzielle Mittel möglich sind.“ Er meinte, Schülern, Auszubildenden und Studenten bleibe es untersagt, sich mit Gruppen in Parks zu treffen. Weshalb man „Freiräume für unkonventionelle Jugendkultur“ verlange. Applaus der Gleichaltrigen erhielt der junge Mann für seine Worte: „Es ist uns unverständlich, dass der Besuch eines Fußballstadions möglich, uns aber nicht erlaubt sein soll, unsere Freunde im legalen Rahmen zu treffen.“ Stadt und Sozialarbeiter seien deshalb gefordert, Jugendliche zu unterstützen, anstatt „martialische Polizeieinsätze“ zu veranlassen, verdeutlichte der Redner, ehe er der Polizei unterstellte, der Einsatz in der Bahnstadt habe weniger einem Infektionsschutz gegolten, als vielmehr die störenden Gruppen zu entfernen. Abschließend sagte er: „Wir kämpfen als Jugendliche und junge Erwachsene gemeinsam für Freiheit und gesellschaftliche Teilnahme und gegen Repressionen.“

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Als die laute Karawane unter Leitung von Ratsherr Keneth Dietrich (Die Linke) nach rund vier Stunden schließlich an ihr Ziel kam, wirkte Dietrich zufrieden. „Alles war bestens, es gab keine Ausschreitungen. Nur einige Bahnstadt-Bewohner beschwerten sich über laute Musik“, resümierte der Ratsvertreter, der den Protestmarsch unter der Überschrift „Tanzdemo“ auf Bitte der Gruppe „Stadt für alle“ organisiert hatte.

Obwohl nicht einer der Befragten aus der Gruppe vor 14 Tagen dabei war, als Polizei und Ordnungsamt eine illegale Party in der Bahnstadt auflösten, machten sie sich deren Sache zu eigen.

(kno)