Machtergreifung vor 90 Jahren in Leverkusen Der Tag, der die Stadt in den Abgrund führte

Leverkusen · Vor 90 Jahren übernahmen die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland. Reichspräsident Paul von Hindenburg ernannte Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler. Auch in Leverkusen und Opladen begann eine neue Zeit, die in den Abgrund der Diktatur, den Zweiten Weltkrieg und den Völkermord an den europäischen Juden führte.

Am 1. Mai 1933 marschieren Leverkusener Nationalsozialisten durch die Hauptstraße am Bayer-Kaufhaus vorbei.

Am 1. Mai 1933 marschieren Leverkusener Nationalsozialisten durch die Hauptstraße am Bayer-Kaufhaus vorbei.

Foto: Stadtarchiv Leverkusen

Braune Triumphzüge und Fackelmärsche gab es am 30. Januar 1933, anders als in anderen Städten, in Leverkusen nicht. „Statt dessen beherrschten Kommunisten mit ihren Protestaktionen das Stadtbild“, schildert Eva Wolff in ihrem Buch „Nationalsozialismus in Leverkusen“ die Tage rund um die „Machtergreifung“. Bereits am Nachmittag des 31. Januars versammelten sich die Kommunisten auf dem Wiesdorfer Marktplatz zum Protest gegen das neue Kabinett in Berlin. Dort hatte der greise Reichspräsident und frühere Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (damals 85) einen Mann zum Reichskanzler berufen, der es im Ersten Weltkrieg nur zum Obergefreiten gebracht, nun aber eine Massenbewegung hinter sich hatte – Adolf Hitler (43). Der „Führer“ der Nationalsozialisten beeilte sich fortan, das krisengeschüttelte demokratische Deutschland aus den Angeln zu heben und mit seinen politischen Zielen „gleichzuschalten“.