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Leverkusen: Supermarkt-Zündstoff in Lützenkirchen

Leverkusen : Supermarkt-Zündstoff in Lützenkirchen

Die wenigen Sätze, die Lena Zlonicky vom Bauamt am Montag im Bauausschuss über einen neuen Supermarkt auf dem Baumarkt-Wette-Gelände sagte, erregten die Gemüter. Wette: "Unser Geschäft läuft weiter."

Lützenkirchen Die Abrissbirne rückt nicht morgen in Lützenkirchen an. Ob der Baumarkt Wette an der Altenberger Straße überhaupt abgerissen wird, um einem neuen Supermarkt Platz zu machen, "ist noch völlig offen", betont Lena Zlonicky vom Bauamt, "wir sind noch ganz am Anfang der Gespräche mit einem Investor." Dennoch wollte Reinhard Buchhorn, Oberbürgermeister und Baudezernent in Personalunion, am Montag im Bauausschuss die Politik darüber in Kenntnis setzen, dass Gespräche laufen.

Einige Ausschussmitglieder dürfte das an die leidige Diskussion vor einigen Jahren um einen Supermarkt am Lützenkirchener Marktplatz, Standort Tennishallen, erinnert haben. Damals waren die Lützenkirchener gegen derartige Pläne Sturm gelaufen. Auch CDU-Fraktionschef und Lützenkirchener Klaus Hupperth hatte sich gegen ein "Kaufhaus" auf dem Marktplatz als "falsche Lösung" ausgesprochen.

Gespräche seit Januar

Nun ist im Januar über eine Entwicklungsgesellschaft ein Investor an die Stadt herangetreten, der auf dem Wette-Gelände einen Vollsortimenter mit 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche bauen möchte. "Einen Bauantrag gibt es aber noch nicht", betonte Zlonicky. Das Bauamt steige nun erst in die Prüfung eines Baugenehmigungsverfahrens ein. Generell gebe es aber in Sachen Nahversorgungsbereich keine Bedenken, dort einen solchen Supermarkt zu bauen. Für die Lützenkirchener entstünde dann an der Altenberger Straße ein kleines Einkaufszentrum: Ein Drogeriemarkt und der Discounter Netto sind schon ansässig. Der Vollsortimenter läge – sollten die Pläne umgesetzt werden – gegenüber des Discounters.

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Klaus Hupperth wurde von der Supermarkt-Nachricht gestern Morgen überrascht. "Das muss in Ruhe überlegt werden", kommentierte er, hielt sich mit einer Bewertung zurück, auch in der Frage, ob ein Supermarkt an der Altenberger Straße neben Netto besser sei als eine Bebauung des Marktplatzes. Er wies darauf hin, dass in anderen Stadtteilen, etwa in Steinbüchel, ein Kaiser's- und ein Aldi-Markt direkt nebeneinander gut harmonierten.

SPD-Ratsherr Wolfgang Pockrand hat die Nachricht am Montag im Bauausschuss "bald umgehauen". Er lehne einen Supermarkt auf dem Wette-Gelände ab, sagte er. Zum einen, weil es gerade für ältere und/oder gehbehinderte Menschen schwieriger sei, dorthin zu gelangen, "auch die Bushaltestelle ist nur oben an der Straße gelegen, ein Markt oben wäre einfach besser erreichbar", sagte Wolfgang Pockrand.

Pockrand für Marktumgestaltung

Zum anderen ärgert ihn, dass der Marktplatzumbau vor ein paar Jahren so vehement abgelehnt wurde und nun ein Stück weiter und weniger leicht erreichbar ein Supermarkt eingerichtet werden soll. Dem Marktplatz täte eine Umgestaltung gut, findet Pockrand, gerade auch, weil die dortigen Tennishallen eigentlich einer Renovierung bedürften. "Wenn schon weiterer Einzelhandel, dann lieber oben am Markt", betont er.

(RP)