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Suchthilfe Leverkusen: Wieder mehr Drogen-Konsumenten

Leverkusen : Wieder mehr Drogenkonsumenten

Die Suchthilfe Leverkusen betreut 13- bis 27-Jährige. Eine Erkenntnis: Viele Konsumenten suchen Leistungssteigerung oder Heilung in den Suchtmitteln.

Die Suchthilfe Leverkusen betreut junge Menschen im Alter von 13 und 27. Sie besteht aus drei Säulen: der "Suchtvorbeugung", der "Suchtberatung illegale Drogen" und der "Suchtberatung Alkohol - Medikamente - Glücksspiel". 545 Gespräche haben die fünf Mitarbeiter im vergangenen Jahr mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen geführt. "Bei den Jüngeren ging es eher um Prävention", sagt Michael Schätzle aus der Abteilung Suchtvorbeugung.

Sie kommen zu ihm, weil das Jugendamt sie schickt oder die Eltern es wollen. Schätzle führt nicht nur Einzelgespräche, sondern besucht auch Schulen, um dort Lehrer und Eltern für die möglichen Probleme der Heranwachsenden zu sensibilisieren. Die Jüngeren würden eher wegen Alkohol, Rauchen, zum Teil Cannabis oder einer problematischen Mediennutzung (Computerspiele) auffallen.

Kathi Schoppmeyer, die Suchtberatung macht, hat in erster Linie mit "Selbstmeldern" zu tun - jungen Leuten, die von sich aus Rat suchen und zum Teil den Schritt wagen, weil Freunde sie dazu ermutigt haben. "So nach dem Motto: 'Geh da mal hin, das ist gar nicht so schlimm.'"

Ab 18 werde es ernst, hat sie festgestellt. Da kommen die ersten, die sich für eine Therapie interessieren: "Wenn die Kumpel alle schon arbeiten und sie selbst ständig kiffen oder trinken, Stunden mit Computerspielen verbringen und immer noch keine Ausbildung gemacht haben", beschreibt Peter Helgers, der Leiter der Suchthilfe, die Situation dieser Klientel.

Die Zahl der jungen Leute, die Cannabis, aber auch Amphetamine nehmen, steige seit Jahren kontinuierlich an. "Nicht nur in Leverkusen, sondern überall, bundesweit", sagt Helgers. Und:" Früher wurden Drogen genommen, weil man sich der Leistung verweigert hat. Junkies waren Aussteiger. Jetzt weiß man, dass manche Studenten zum Lernen und vor Klausuren Amphetamine zur Leistungssteigerung schlucken." Auch gebe es nicht wenige Depressive oder ADHS-Kranke, die sich mit Cannabis und/oder Amphetaminen selbst therapieren. "Irgendwann merken die dann, dass sie sich eine Sucht eingefangen haben."

In solche Fällen hilft die Suchthilfe Leverkusen den Betroffenen, wieder verantwortungsvoll mit Genussmitteln und Drogen, Glücks- oder Computerspielen umzugehen.

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(ilpl)