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Studie zur Balkantrasse – Leverkusener CDU sagt nein, OP plus ja

Polit-Zoff in Leverkusen : Studie zur Balkantrasse – CDU sagt nein, OP plus ja

Rhein-Berg prüft die Reaktivierung der Bahnlinie neben den Rad-/Fußweg. Das sorgt für Polit-Kontroverse in Leverkusen. CDU und Opladen Plus sind uneins.

Vor 30 Jahren rollte der letzte Balkanexpress zwischen Opladen und Burscheid-Hilgen. Dann wurde auch der letzte Abschnitt der Verbindung Opladen – Remscheid-Lennep stillgelegt. Jahre lag sie brach, dann wurde aus der Balkantrasse  ein Rad- und Spazierweg. Der Leverkusener Förderverein legte sich ins Zeug, damit auch das letzte Teilstück bis zum Opladener Bahnhof fertig wurde. Stadt Züge rollen jetzt Fahrräder. Bis zum 23. Dezember gab es in diesem Jahr 230.958 Querungen der Fahrradzählstelle Höhe Imbacher Weg. Soweit so gut. Fast. Denn der Rheinisch-Bergische Kreis hat jetzt  – auf Antrag von CDU und Grünen – eine Machbarkeitsstudie verabschiedet. Geprüft werden soll, ob die Bahnstrecke reaktiviert werden und gleichzeitig der Rad-/Fußweg erhalten bleiben kann. In Leverkusen sorgte das bei den Parteikollegen der Union in Bergisch  Neukirchen und Opladen für Ablehnung. „So eine Studie brauchen wir nicht, denn es wird keine Änderung gewünscht“, formulierten die Ortsverbände. Und bekommen Gegenwind.

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Opladen Plus findet die Machbarkeitsstudie nämlich „nachvollziehbar und sinnvoll“, betont Fraktionschef Markus Pott. „Es ist für uns sehr verständlich, dass der Rheinisch-Bergische Kreis einen Weg aus seinem Kreisgebiet von Wermelskirchen und Burscheid hinunter in die Rheinschiene sucht. Die Burscheider Straße ist überlastet, zudem ist das Parkangebot am Bahnhof Opladen begrenzt. Eine schnelle ÖPNV-Verbindung wäre da eine Lösung und zudem ökologisch sinnvoll und zeitgemäß“, argumentieren sie. Dass diese über die alte Balkantrasse führen könne, liege auf der Hand.

Eine ähnliche Idee gärt bei Opladen Plus schon länger.  Anfang 2019 hatte die Fraktion die Stadt per Antrag aufgefordert, selbst aktiv zu werden, um das Straßensystem in der Stadt und über eine bessere Verbindung ins Hinterland den hiesigen Wohnungsmarkt zu entlasten Damals habe OP Plus „bewusst offengelassen, in welcher Form der ÖPNV wieder errichtet werden könnte. Grundsätzlich ist auch ein autonom fahrender Bus vorstellbar oder anderes.“

Die Kritik der CDU, der Kreis dürfe nicht einfach über die Trasse auf Leverkusener Grund planen, „teilen wir nicht. Den Wermelskirchenern und Burscheidern bleibt doch keine andere Lösung, wollen sie nicht eine Fluglinie einrichten“, sagt Pott. Er meint, es sei ausreichend Platz da. „Die alte Bahnstrecke war mal durchgehend zweigleisig. Da sollte eine parallele Führung von Radweg und Schiene möglich sein.“

2019 habe OP Plus auch mit dem Förderverein Balkantrasse gesprochen. „Der Vorstand war naturgemäß nicht sehr erfreut, hatte aber Verständnis für die Sachzwänge der Nachbarstädte.“   Gegenüber der RP hatte damals Jürgen Wasse vom Vorstand gesagt: „Grundsätzlich hätten wir als Verein nichts gegen eine neue, umweltverträgliche Verkehrsverbindung – aber als Ergänzung. Denn alles was wir als Verein geschafft haben, wollen wir erhalten wissen.“ Ihm war zum Thema auch eine Schwebe- oder Seilbahn zu Ohren gekommen „Das wären denkbare Varianten. In anderen Städten wird über Seilbahnen ja schon nachgedacht.“