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Studentin startet Petition, damit Bürger beim Klimaschutz mitbestimmen können

Bundesregierung unterstützen : Studentin aus Leverkusen startet Petition, damit Bürger beim Klimaschutz mitbestimmen können

Die in Opladen geborene Studentin Johanna Jetter startet eine Petition für mehr Mitbestimmung im Klimaschutz. Eine „bunte“ Gruppe von Bürgern soll die Bundesregierung unterstützen.

Bis Weihnachten ist noch Zeit, die erforderlichen 50.000 Unterschriften für eine Petition an den Deutschen Bundestag zu sammeln. Johanna Jetter hat mit der Initiative „Klima-Mitbestimmung jetzt“ diesen Aufruf zur Einrichtung eines „Klima-Bürger*innenrates“ gestartet.

Die Studentin der Psychologie lebt derzeit in Dresden, aufgewachsen ist sie als Tochter des evangelischen Pfarrer-Ehepaares Dagmar und Manfred Jetter in Opladen. Dort hatte sie auch die ersten Schlüsselerlebnisse in Sachen Klimawandel. „Mit acht Jahren habe ich in mein Tagebuch geschrieben: die Eisbären sterben.“ Und seitdem habe sich an der Situation nichts geändert, jedenfalls nicht zum Positiven. Als Kind sei sie rein emotional betroffen gewesen, erinnert sich die 23-Jährige.

Als Jugendliche war sie eher verzweifelt darüber, fand es traurig, aber man könne eben nichts machen. Das hat sich für sie grundlegend geändert, als sie die noch junge Initiative „Klima-Mitbestimmung Jetzt“ kennenlernte. Eine Gruppierung, zu der etwa 20 Mitglieder verteilt über ganz Deutschland gehören, die aber bisher kein Verein ist. Man könne sehr wohl etwas tun, ist sie seitdem überzeugt und unterstützt die Initiative im Bereich Networking. Beispielsweise fühlt sie sich zuständig für den Kontakt zu den Kirchen, die man sich ebenso angesprochen hat wie Politik, Gewerkschaften, Unternehmer und natürlich die verschiedenen „For Future“-Bewegungen im Land.

Mit der Petition verfolgen die Aktivisten ein konkretes Ziel: Die Einrichtung eines sogenannten „Klima-Bürger*innenrates“, der bei Debatten zur Klima-Politik gehört und in die Diskussion einbezogen werden soll. Die Gruppe um Johanna Jetter hat ein solches Gremium nicht ersonnen, sondern Vorbilder in Irland, Frankreich und Großbritannien gefunden, wo solche Räte bereits existieren. „Zunächst werden etwa 30.000 zufällig ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner angeschrieben und nach ihrem Interesse, in einem solchen Gremium mitzuwirken, gefragt“, erklärt die Studentin das Vorgehen.

Per Zufallsprinzip würden dann aus den positiven Rückmeldungen 100 bis 150 Menschen ausgewählt, die möglichst repräsentativ für die Vielfalt der Gesellschaft sind. Es soll eine ausgewogene Mischung hinsichtlich Alter, Herkunft und Bildungsstatus sein, damit sich jeder von diesem Bürgerrat repräsentiert fühlen könne. Die so gefundenen Mitglieder treffen sich an mehreren Wochenenden, um Experten zum Thema Klimawandel und Klimaschutz anzuhören und anschließend gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.

Aus Sicht der Initiatoren sollte dabei im Zentrum die Frage stehen, wie Deutschland seinen Beitrag zum Pariser Klima-Abkommen leisten kann. Und zwar unter Berücksichtigung der sozialen Gerechtigkeit. Vor- und Nachteile möglicher Lösungsansätze sollen gemeinsam abgewogen werden und als Grundlage für eine Handlungsempfehlung an die Politik gelten. Nicht nur in der Klimapolitik hätten solche mit Bürgern besetzten Räte gezeigt, dass sie „neuen Schwung in festgefahrene Debatten bringen können“, so Johanna Jetter.

Es gehe darum, die Demokratie zu stärken und zu ergänzen. Sie könnten Entscheidungsträgern Mut machen, eine so große Herausforderung wie die Klimakrise anzugehen  – mit dem Mandat der Bevölkerung im Rücken.