Leverkusen: Streukooche-Sitzung ist ein Erfolgsrezept

Leverkusen : Streukooche-Sitzung ist ein Erfolgsrezept

Lecker und lustig. Das Konzept der Burgknappen für eine neue Art einer Damensitzung kam bei 120 Besucherinnen an.

Die erste "Streukooche"-Sitzung am Sonntag im Saal Norhausen war im Grunde ein Test. Auf der Suche nach neuen Formaten war der Rheindorfer Burgknappen-Literat Jürgen van Elst auf die Idee dieser Sitzung einschließlich Kaffeeklatsch und "Streukooche" - wie Streuselkuchen im Kölner Dialekt heißt - gekommen. Und die Idee zündete gleich beim ersten Versuch.

Petra Gaul war eine von rund 120 Besucherinnen, die sich im althergebrachten Stil mit Schürze und Häubchen gekleidet hatte. "Super", urteilte die Rheindorferin, "hier wird noch traditioneller Karneval gefeiert, statt nur Party mit Halli-Galli".

Andere sahen das ähnlich. Vor allem Älteren, die eher selten zu Sitzungen gehen, weil es dort oft laut, wenn nicht gar zu laut, zugeht, gefiel die Veranstaltung. "Test gelungen", fasste Burgknappen-Präsident Hagen Norhausen strahlend nach der Sitzung zusammen.

An seiner Stelle saßen drei Frauen auf der Bühne um eine hübsch gedeckte Kaffeetafel: Annemie Hentges, die Witwe des 2012 verstorbenen karnevalistischen Urgesteins Willi Hentges, dem einstigen Ehrenpräsident des Festausschusses Leverkusener Karneval (FLK) und Regionalpräsident des Bundes Deutscher Karneval, außerdem Ulla Olbertz und Anne Schulz. Die Drei hatten die Sitzungsleitung und Moderation inne. Ebenfalls eine Premiere. Weil Eierlikör beim Kaffeeklatsch natürlich nicht fehlen darf, brachte der Literat unter dem Gelächter der Besucherinnen und im Frauenkleid mit rotem Handtäschchen zwischendurch eine Flasche auf die Bühne.

Ein Gläschen gegen Nervenflattern hatte sich das Moderatoren-Trio zuvor schon genehmigt. Immerhin galt es, den Nachmittag heiter zu gestalten und Prinz Andreas I., die Rheinkadetten mit Kinderprinzenpaar, die Kölsche-Krätzjersänger "2 Hillije", die Musikgruppen "Krageknöpp" und "Kölschfraktion", das Tanzcorps Rheinflotte und Comedian Oli Materlik alias "Oli, der Köbes" aus Opladen zu begrüßen, vorzustellen und für Zugaben wieder auf die Bühne zu holen. "Sie machen ihre Sache gut", lobte Norhausen, der genau weiß, dass die jüngste Damensitzung vielen Frauen eben zu laut und zu hektisch gewesen war.

Unter den Gästen waren aber nicht nur ältere, sondern auch jüngere Frauen. Und ganz Besondere: Etwa Hagen Norhausen selbst. Er habe als verkleidete Frau die schönsten Beine gehabt, wurde der Rheindorfer Gastwirt nachträglich gelobt. Das liege daran, verriet Norhausen schelmisch grinsend, dass er der Einzige mit rasierten Beinen in den Netzstrümpfen gewesen sei.

Zurück zur Streukooche-Sitzung: Die soll im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholt werden. Aber dann vermutlich an einem Wochentag.

(gkf)
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