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Leverkusen: Streudienst: TBL wehren sich gegen Vorwürfe

Leverkusen : Streudienst: TBL wehren sich gegen Vorwürfe

Die städtischen Technischen Betriebe (TBL) haben Vermutungen, sie hätten aus Kostengründen womöglich beim Winterdienst gespart, gestern zurückgewiesen. Die Wetterprognose habe daneben gelegen.

"In der Nacht zum Sonntag wolkenreich und weiterer, aber nachlassender Niederschlag, auch im Falle von nassem Schnee Matschglätte unwahrscheinlich. Tiefsttemperaturen um +2 Grad und zum Morgen bei Auflockerungen vereinzelt Gefrieren."

So steht es im Wetterbericht der Meteo Group für den 4. Januar für Leverkusen. Dieser regionalisierte Wetterdienst liefert auch für professionelle Winterdienste entscheidende Daten, an denen diese sich orientieren. Für die städtischen Technischen Betriebe (TBL) bedeutete die Vorhersage: keine Minusgrade, also auch keine Notwendigkeit, eine Winterdienstbereitschaft anzuordnen.

Dafür waren sie in den vergangenen Tagen teilweise heftig kritisiert worden. Denn trotz Blitzeis blieben Straßen am 4. Januar Beschwerden zufolge lange ungestreut.

Das Wetter kam anders als vorhergesagt, erläuterte TBL-Chef Reinhard Gerlich gestern in einer umfangreichen Stellungnahme. Erst am Sonntagmorgen um 5.58 Uhr sei beim Regiemeister eine SMS mit dem Inhalt angekommen: "Am Morgen viel Nässe streckenweise gefrierend,, Bodentemperatur -1 °Celsius."

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"Aufgrund dieser Meldung hat der Regiemeister telefoniert und Mitarbeiter um freiwilligen Dienst gebeten", sagt Gerlich. Daraufhin seien vier große Streufahrzeuge und drei kleinere Fahrzeuge besetzt worden: "Der Einsatz lief dann von 6.30 Uhr bis 11 Uhr." Besonders zu erwähnen sei: Bis 5 Uhr war alles nur feucht, erst zwischen 5 und 6 Uhr sei das Glatteis entstanden.

Ähnliche Situationen habe es auch rund um die Weihnachtstage gegeben, führt der TBL-Chef weiter aus. Der Winterdienst in Leverkusen wird in vier Stufen angeordnet - jeweils basierend auf den Wetterprognosen der Meteo Group. Die Stufen bestehen aus 15, acht und drei Tagen sowie Akutmeldungen, die aufs Handy geleitet werden. "Die Prognose ist speziell bezogen auf das Stadtgebiet Leverkusen und nicht mit dem Wetterbericht im Fernsehen zu vergleichen", betont Gerlich. Gleichwohl kann auch sie daneben liegen. Der freiwillige Dienst der Mitarbeiter werde aber selbstverständlich entlohnt.

Vor einem Wochenende oder Feiertagen findet generell eine Abstimmung zwischen Regiemeister, Sachgebietsleiter und Abteilungsleiter statt, ob Bereitschaft angeordnet wird. Unabhängig davon seien für den Zeitraum rund um die Feiertage auch Kontrollfahrten mit drei Fahrzeugen und Sechs-Mann-Besatzung ab 5 Uhr morgens jeweils für drei Stunden angeordnet gewesen, führt der TBL-Chef aus. Zwei Fahrzeuge hätten zudem kritische Stellen für Fußgänger etwa an der Y-Brücke kontrolliert - ein weiteres Fahrbahnen auf Brücken und Steigungsstrecken für Busse abgestreut.

Dass in der Kritik aus der Bevölkerung mehrfach die Bonner Straße als Beispiel für schlechten Winterdienst genannt worden sei, kommentiert Gerlich so: "Die wird nicht von uns, sondern von Straßen.NRW gestreut. Die haben anscheinend andere Prioritäten."

(RP)