Leverkusen: Streitthema Hederichsfeld

Leverkusen: Streitthema Hederichsfeld

Nachdem Bauderzent Mues bekannt gegeben hat, dass das Gebäude der Schule Hederichsfeld in Millionenhöhe sanierungsbedürftig sei, ist Streit entbrannt. Thema: Sanierung oder Abriss? Was die Parteien sagen: hier lesen.

Die Hauptschule Hederichsfeld ist sanierungsbedürftig. Und zwar nicht nur ein bisschen – 6,25 Millionen Euro würde der Aufwand kosten. Diese Zahlen machte Baudezernent Wolfgang Mues am Montag im Bauauschuss erstmals öffentlich (wir berichteten).

Unserer Zeitung gegenüber betonte er gestern noch einmal: "Angesichts der Änderungen im Schulsystem muss man sich überlegen, ob es Sinn macht, die Schule zu sanieren und im Ergebnis ein Gebäude zu haben, das trotzdem nicht den heutigen Schulstandards entspricht, weil beispielsweise die Klassenräume zu klein sind.

Aber wir sind Dienstleister für das Schuldezernat – wenn die sagen, wir sollen das machen, dann machen wir das." Auch ein Abriss des denkmalgeschützten, knapp 100 Jahre alten Gebäudes sei "unter bestimmten Bedingungen durchaus möglich".

Privatisierung?

  • Fotos : Sanierung der Hauptschule am Hederichsfeld

Stadtsprecher Michael Wilde sprach vom "Beginn einer immobilienwirtschaftlichen Überlegung: Dass Handlungsbedarf besteht, ist seit Montagabend bekannt. Darüber hinaus gibt es noch keine Überlegungen." Opladen Plus will einen Abriss der Schule verhindern, holt zum Rundumschlag gegen die Stadt aus.

Auch das alte Wiesdorfer Rathaus habe man schon abreißen müssen – von Privatbesitzern aber verlange die Stadt, Fachwerkhäusern denkmalgerecht zu erhalten. Gerd Wölwer (Grüne) kann sich auch eine Privatisierung gut vorstellen. "Wir haben aber auch schon eine ganze Reihe anderer Gebäude mit ähnlich hohen Kosten saniert – man muss jetzt seriös gucken, ob die Schule danach anderweitig öffentlich genutzt werden kann."

Die SPD will erst mehr wissen, Dr. Walter Mende schrieb gestern an Oberbürgermeister Buchhorn: "Wir bitten um ergänzende, umfassende und zeitnahe Informationen, die eine ausgewogene Entscheidung ermöglichen." Diese Entscheidung ziehe erhebliche schulfachliche Auswirkungen nach sich. Mende: "Wir sprechen hier über eines der prägnantesten Gebäude in der Opladener Stadtgeschichte, das schießen wir nicht einfach so ab."

Paul Hebbel (CDU) merkte bereits im Ausschuss an: "Hier handelt es sich um ein Stück Opladen." Er sei sehr betroffen von den Neuigkeiten. Thomas Eimermacher, stellvertretender Fraktionschef: "Das ist ein Hammer! Zumal wir befürchten, dass es mit der genannten Summe sicher auch nicht getan sein wird. Als Alternative den Abriss zu sehen halte ich aber für die falsche Reaktion." Nichts von Mängeln gewusst haben will die zuständige Bezirksvertretung II. Mitglied Hans-Erich Hofmann: "Sollten Mängel vorliegen, so muss sich Herr Mues fragen lassen, warum er so lange geschwiegen hat oder untätig war."

(RP/rl)
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