Streit um Wasserbüffel-Einsatz auf der A3 bei Leverkusen

Kosten für Einsatz auf A3 bei Leverkusen: Beef um Wasserbüffel

Behörden und Halter streiten über den Wasserbüffel-Einsatz auf der A3 bei Leverkusen. Fünf Tiere waren auf die Autobahn gelaufen und hatten für ein Chaos gesorgt. Wer kommt für die Kosten auf?

Der Wasserbüffel-Einsatz auf der A3 in der Nacht zum Montag, bei dem fünf entlaufene Büffel stundenlang die Autobahn blockiert hatten, könnte die Tierhalter-Familie aus Leichlingen teuer zu stehen kommen. Die Polizei hat angekündigt, Kostenersatz für den Einsatz zu prüfen. Ärzte des Kölner Zoos hatten die Büffel mit Betäubungspfeilen zur Ruhe gebracht. Die Familie ihrerseits erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte. Die hätten das Angebot der Familie, die Tiere mit Hilfe eines Fangwagens einzufangen und abzutransportieren, abgelehnt und der Familie Platzverbot erteilt. Zudem hätten die fünf Büffel, darunter zwei Kälber, durch die Betäubung Schaden genommen. „Da ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen worden“, sagt Eigentümerin Elke Quanz.

Die Büffel waren von einer eingezäunten Weide im Landschaftsschutzgebiets am Pescher Busch entwichen. Die Tiere hatten dann am späten Sonntagabend die Autobahn 3 kurz vor der Ausfahrt Opladen blockiert und Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Stundenlang mussten diese auf der gesperrten Autobahn in ihren Fahrzeugen ausharren, bevor die schwergewichtigen Büffel betäubt und mit Hilfe eines Krans von der Fahrbahn gebracht werden konnten. Die Tiere waren entwichen, nachdem bei einem Unwetter ein umgestürzter Baum einen Zaun zerstört hatte, sagen die Eigentümer.

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Vorwürfe gegen Polizei

„Das war nicht unsere Schuld, sondern höhere Gewalt“, sagt die Tochter der Familie, Katharina Quanz (20). „Wir zahlen keinen Cent für den Einsatz.“ Die Familie werde sich rechtlich beraten lassen. Den Tieren sei es nach der Betäubung schlecht gegangen. Das gelte vor allem für die Kälber, die sich kaum auf den Beinen halten könnten. „Wir machen uns Sorgen um unsere Tiere, denn auch die Großen sind total schlapp“, sagt Katharina Quanz. Im Laufe des Montagvormittags hat die Familie die Tiere zurück auf die Weide im Pescher Busch gebracht.

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Einen Tag später grasen die Büffel am Dienstag friedlich auf ihrer Weide. Besitzerin Elke Quanz (50) hat sie am Morgen mit dem Treibewagen die 2,5 Kilometer lange Strecke von Langenfeld nach Leverkusen getrieben. Die kleine Herde – zwei Kühe, ein Bulle, zwei Kälber – hatte die Nacht auf einem Bauernhof in Langenfeld verbracht. Der Bauer von der Grünewaldstraße in Reusrath hatte sich kurzfristig bereiterklärt, sie aufzunehmen. „Das war sehr nett von ihm“, sagt Quanz. Lange habe sie nicht gewusst, wo ihre Tiere sind, wie es ihnen geht.

Hätte Chaos vermieden werden können?

Elke Quanz ärgert sich darüber, wie der Einsatz in der Nacht zu Montag abgelaufen ist. Sie sagt, das hätte man unkomplizierter machen können. Ohne dass die Autobahn für so viele Stunden hätte gesperrt werden müssen. Als die Polizei am späten Sonntagabend bei ihr geklingelt hatte, lag Quanz schon im Bett und schlief. Ob sie Rinder mit Hönern in Opladen hätte? „Ich sollte sofort kommen. Die wären auf der Autobahn, die würde jetzt gesperrt.“ Quanz zog sich an, packte das Auto – „mit Stricken, Halfter, Brot, Eimer“. Sie sei dann lange Zeit über die Autobahn gelaufen und habe ihre Tiere gesucht. „Ich hatte ganz kurz Kontakt mit dem Bullen, der direkt handzahm zu mir kam. Dann musste ich das Gelände verlassen, durfte nicht mehr zu den Tieren.“ Eine Betäubung, so argumentieren die Tierhalter wäre nicht nötig gewesen, wenn die Polizei das Angebot der Familie zum Abtransport mit dem hauseigenen Fangwagen angenommen hätte.

Die Polizei sieht das anders: Die Tiere seien unkontrolliert über die Fahrbahn gelaufen und hätten Fahrzeuge beschädigt, berichtet Polizeisprecher Christoph Schulte. Die Einsatzkräfte hätten die Halterin informiert. Der Polizei sei es gelungen, die Tiere mit Fahrzeugen einzukeilen. Der Vorschlag der Halterin, die Büffel mit Futter von der Fahrbahn zu locken, sei den Einstazleitern aufgrund der akuten Gefahrenlage nicht erfolgversprechend erschienen. „Das war für uns keine Lösung“, sagt Schulte. Das hätten auch anwesende Experten des Zoos so bewertet. Über die Entscheidung, die Tiere zu betäuben, habe es Streit mit der Tiereigentümerin gegeben. Erst danach sei ihr ein Platzverweis erteilt worden.

(bu)