Leverkusen: Streit um Musik-Kindergarten

Leverkusen: Streit um Musik-Kindergarten

Leverkusen bekommt keinen Musik-Kindergarten. Barbara Lieske, die eine solche Einrichtung an der Opladener Sandstraße mit Kollegin Bernadette Horn plante, wechselt nach Leichlingen – aus Ärger über die Behörden.

LEICHLINGEN/LEVERKUSEN Im vergangenen Sommer war Barbara Lieske noch guten Mutes. Da ging die Erzieherin noch fest davon aus, dass die von ihr und ihrer Kollegin Bernadette Horn an der Sandstraße betreute Kinder-Tagespflege-Einrichtung bald die Genehmigung zur Umwandlung in Leverkusens ersten Musik-Kindergarten erhalten würde. Das Konzept dafür sah Erziehung durch Musik vor – nach dem Vorbild des Musik-Kindergarten-Projekts, das Star-Dirigent Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, vor einigen Jahren als Ideengeber angestoßen hatte (wir berichteten). Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt bei Lieske: Weil die Genehmigung immer noch nicht erteilt worden ist, wird sie Leverkusen den Rücken kehren.

Umzug an die Kirchstraße

"Wir ziehen im Mai nach Leichlingen", berichtete sie im Gespräch mit unserer Zeitung. An der Kirchstraße, schräg gegenüber der Katholischen Grundschule, will sie künftig Kinder betreuen – zunächst allerdings auch nur in einer Tagespflegeeinrichtung. Die Behörden in der Blütenstadt beurteilt sie als deutlich kooperativer als die in Leverkusen: "Vom Jugendamt dort gibt es eine ganz andere Unterstützung."

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Die Auflagen, die sie in Leverkusen für die Einrichtung eines Musik-Kindergartens bekommen habe, seien teilweise "lächerlich", findet Lieske – und nennt als Beispiel die Heizungsrohre, die an der Sandstraße in einer Höhe von 2,90 Metern unter der Decke verlaufen. Amtlicherseits werde dafür eine Verkleidung verlangt, damit die Kinder nicht gefährdet werden. "Aber wie sollen die Kinder in dieser Höhe mit den Rohren in Berührung kommen?", fragt sich die Erzieherin. Zu den Streitpunkten gehört nach ihrer Darstellung auch das mit 219 Quadratmetern zu kleine Außengelände an der Sandstraße. Die geforderte Mindestgröße von 300 Quadratmetern ließe sich laut Lieske herstellen, wenn man einen Zaun am Parkplatz der Kita versetzen würde. Die Behörden sähen das aber anders.

Leverkusens Stadtsprecherin Irmgard Schenk weist die Kritik zurück. Die Probleme seien mehrfach besprochen worden. "Unser Jugendamt hat bestmöglich versucht, das Vorhaben zu unterstützen. Und die Genehmigung für die Tagespflege ist ja auch erteilt worden", sagte Schenk. Für die Betriebserlaubnis des Musik-Kindergartens sei aber letztendlich das Landesjugendamt zuständig, der Stadt seien da die Hände gebunden.

Barbara Lieske stellt das nicht zufrieden. Obwohl sie auch in Leichlingen zunächst nur eine Tagespflege-Einrichtung betreiben kann, will sie ihren Traum vom Musik-Kindergarten weiterhin verwirklichen – jetzt eben in der Blütenstadt. "Sobald wir geeignete Räume gefunden haben, setzen wir die Idee um", sagt Lieske. Geplant seien mindestens anderthalb Gruppen – eine komplette für Kinder unter drei Jahren, eine halbe für Zwei- bis Sechsjährige.

(RP)