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Leverkusen: Streit um Grünzone am Eulenberg-Weg

Leverkusen : Streit um Grünzone am Eulenberg-Weg

Während in Bergisch Neukirchen der Kampf um den Erhalt der Grünfläche neben Aldi/Wuppertalstraße mit großem Getöse läuft, schien sich der Widerstand um ein anderes, noch größeres Grüngebiet in Lützenkirchen nahe Quettinger Straße/In Holzhausen beruhigt zu haben. Der Schein trügt:

Die Bürgerinitiative "Bebauung Jakob-Eulenberg-Weg" warnt derzeit erneut davor, dass die 2013 zunächst gestoppten Baupläne keineswegs aufgegeben worden sind. "Dieses Areal schreit geradezu nach einer Nutzung für Wohnhäuser", bestätigte jetzt der Langenfelder Bauunternehmer Gernot Paeschke gegenüber unserer Zeitung.

Anfang 2013 legte die Stadt einen grundsätzlichen Bebauungsvorschlag für das insgesamt 31000 Quadratmeter große Areal vor. Demnach war vorgesehen, davon rund 17 500 Quadratmeter Land für etwa 23 Einfamilienhäuser "auf großzügigen Grundstücken" und 28 Doppelhäuser zu verwenden.

Der nötige Bebauungsplan wurde allerdings insbesondere durch die Stimmen der Ratsmehrheit von Jamaika Plus (CDU, Grüne, FDP, Die Unabhängigen) vertagt. Der wesentliche Grund: Die Politiker befürchten, dass mit dem Zuzug von neuen Bewohnern die Verkehrssituation auf der Straße In Holzhausen und der Quettinger Straße unakzeptabel stark zunehmen würde. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (2013 auch amtierender Baudezernent) hatte diesen Beschluss kritisiert. Sein Parteifreund, der Quettinger Paul Hebbel, sagte damals in scharfem Tonfall: "Mit fehlt jegliches Verständnis, wie eine Großstadtverwaltung tatenlos zusieht, wie sich auf einer Dorfstraße, und das ist die Quettinger Straße, die Verkehrsprobleme verschlimmern." Dieses Argument gegen eine weitere Bauverdichtung nutzt jetzt auch die Bürgerinitiative, die vom Anwohner Dr. Franz-Josef Berners (ehemaliger CDU-Fraktionsvorsitzender) mitorganisiert wird.

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Er verweist dabei auf die neue Kindertagesstätte am nahen Feldsiefer Weg, die ebenfalls mehr Autoverkehr erzeugen werde. Das grüne Feld zwischen Quettinger Straße, Feldsiefer Weg, Auf dem Bruch, Dohrgasse und In Holzhausen müsse aus Gründen des Schutzes vor Lärm und Schadstoffen unbebaut bleiben. Das Verhalten der Politiker müsse "intensiv beobachtet werden", schreibt die Bürgerinitiative in einem Info-Blatt — ein deutlicher Hinweis auf die Kommunalwahl im Mai. Bauunternehmer Paeschke, der unter anderem Großprojekte am alten Finanzamt Opladen und in der Bahnstadt Opladen vorantreibt, sondiert auch die Entwicklung. Dieses Jahr liege das Eulenberg-Weg-Vorhaben noch auf Eis, nächstes Jahr werde er einen neuen Vorstoß wagen, zumal die Stadtplaner die geplante Bebauung positiv einstuften. Die ursprüngliche Baugröße sei deutlich reduziert worden, wirbt Paeschke für seine Idee. Den Widerstand der Bürgerinitiative hat er aber damit nicht auflösen können.

(RP)