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Leverkusen/Köln: Streik in Köln - Verhandlung in der BayArena

Leverkusen/Köln : Streik in Köln - Verhandlung in der BayArena

Die Metall-Gewerkschafter planen für Montagvormittag eine ungewöhnlich große Freiluft-Versammlung in Köln-Niehl: "Wir erwarten die mit Abstand größte Warnstreik-Kundgebung der letzten Jahrzehnte im Kölner Raum", schreibt IG Metall-Sprecher Dr. Witich Roßmann in einer Ankündigung vom Freitag. Vor den Toren der Ford-Werke sollen mehrere tausend Beschäftigte für höhere Löhne demonstrieren.

Kritik gibt es von der Arbeitgeberseite: "Die Arbeit sichern statt niederlegen", fordert der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Rhein-Wupper, Andreas Tressin, jetzt auf. Der Rechtsanwalt kann nicht nachvollziehen, weshalb die IG Metall in dieser Tarifrunde die größte Warnstreikaktion in ihrer Geschichte ankündigt. Er sagt: "Da erarbeiten wir gemeinsam das ganze Jahr zwischen den Tarifrunden konstruktiv ohne Säbelgerassel und stets auf Augenhöhe betriebliche Lösungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und damit zum Erhalt von Arbeitsplätzen. Aber immer, wenn es um die Fläche geht, holt die IG Metall den Streik aus dem Hangar." Die IG Metall hat inzwischen nach eigenen Angaben über 50 Busse geordert, um die vielen Warnstreik-Teilnehmer nach Köln zu transportieren. Darunter wird nach Angaben der Gewerkschaft auch eine große Anzahl von Beschäftigten aus Köln, Leverkusen, Leichlingen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis sein. Namentlich genannt sind dabei Firmen wie die Deutz AG, Fereal Mogul, Schütte Werkzeugmaschinen, Oerlikon, AtlasCopco, SKF und Gebnerit Mapress.

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Kein Verständnis zeigt Unternehmervertreter Tressin auch über die seiner Meinung nach unsachliche Gewerkschaftsreaktion auf das Arbeitgeberangebot. Dass es sich hierbei um eine Provokation oder gar um eine Nullnummer handele, wie die IG Metall behaupte, weist Tressin zurück. Das Gegenteil sei richtig: "Alle Daten, Zahlen und Fakten belegen, dass es sich um ein tragfähiges Angebot handelt", meint Tressin. So würde mit dem Arbeitgeberangebot das Durchschnittseinkommen der Branche auf deutlich über 50 000 Euro im Jahr steigen. Bedenken sollten die Gewerkschaften, dass die deutschen Metallbetriebe im internationalen Vergleich immer weiter zurückfielen. Und die Entwicklung bleibe unsicher.

Die Gewerkschaft Metall hat für Montag ab neun Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Damit wollen die Metaller Druck auf die dritte NRW-Verhandlungsrunde machen, die Montag ab 16 Uhr in den Konferenzräumen der BayArena laufen soll (Zumindest im Bereich des Kundgebungsplatzes in Köln-Niehl werden Verkehrsprobleme erwartet, da die Polizei weiträumige Absperrungen plant).

(RP/ac)