Leverkusen: Straßen-Fotografie im Wunderland

Leverkusen: Straßen-Fotografie im Wunderland

Auf der Straße und in Industriebrachen hat der TV-Journalist Eric Butterbrodt seine besonderen Einblicke mit der Kamera festgehalten. Jetzt ist seine Foto-Serie across#europe#12#17 im "Wunderland" in der Opladener Neustadt zu sehen.

Seit zehn Jahren ist Eric Butterbrodt als TV-Journalist in Deutschland unterwegs. Den Zuschauern ist er vor allem als Sportkommentator und Reporter des MDR sowohl vor als auch hinter der Kamera bekannt. Seine Fotografien, die seit Donnerstag in einem Opladener Geschäft ausgestellt sind, haben allerdings nichts mit Sport zu tun. Außer einem Fahrrad, das einsam an einer Wand lehnt, vielleicht. Doch da geht es weniger um die Funktion als Fortbewegungsmittel, sondern vielmehr um die Ruhe, die das Bild von stillstehenden Rädern vermittelt. Eine Fotografie, deren Wirkung von den Lichtreflexen auf einer alten Ziegelwand bestimmt wird. Die nicht eindeutig zu verorten ist, weil solche Strukturen in diversen Industriebrachen, an historischen Handwerks- und Fabrikationsstätten zu finden sind.

Theoretisch auch in der Neuen Bahnstadt Opladen, wo Eric Butterbrodt tatsächlich passende Motive gesucht und gefunden hat. Genauso wie in Duisburg oder anderen Städten Europas, die er durchstreift hat, immer auf der Suche nach Orten, die seiner Bildästhetik genügen. Manchmal zählen die gewählten Ausschnitte, bei anderen fasziniert die Konstruktion - zum Beispiel die Regelmäßigkeit bei der schräg aufgenommenen Fassade eines Mehrfamilienhauses mit vielen identischen Balkonen. Oder die glänzende Ästhetik von Rolltreppen, die aus dem funktionalen Kontext herausgelöst wurden. Viele dieser großformatigen Bildabzüge auf edel wirkendem Dibond sind menschenleer. Es sind verlassene Orte, Relikte einer anderen Zeit. Manche machen schmunzeln, weil der Fotograf Bildausschnitte mit Schrift gewählt hat.

Im Geschäft von Sabine Gierling hängen die 30 Fotografien der Serie "across#europe#12#17" nur zum Teil an den Wänden. Andere stehen oben auf Verkaufsregalen und reihen sich genau wie Bilder in der eigenen Wohnung in das Zusammenspiel von Möbeln, Dekoration und Blumen ein.

Diese Mischung war auch die Philosophie von Sabine Gierling, als sie vor genau einem halben Jahr ihr "Wunderland" an der oberen Kölner Straße 129 eröffnete. In Holland gebe es so viele kleine Läden mit einem Sortiment-Mix, der die persönlichen Vorlieben der Inhaberin widerspiegeln. In Deutschland vermisse sie dieses Konzept, das doch viel spannender sei als die immer gleichen Markenartikel, die viele ohnehin bei Amazon bestellen.

Die gibt es hier jedenfalls nicht, Kerzen, Gefäße, Schalen, Kissen oder Decken sind nur in kleiner Auflage vorhanden. Ebenso wie Kleidungsstücke oder Handtaschen. Einen Schwerpunkt bildet das Floristik-Angebot im Wunderland.

(mkl)