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Leverkusen: Stoffmarkt: Ärger um gesperrte Tiefgarage

Leverkusen : Stoffmarkt: Ärger um gesperrte Tiefgarage

Die Tiefgarage Goetheplatz wurde saniert, wirkt nun freundlich und hell. Bürger monieren Schließung beim Stoffmarkt.

Sie ist nicht jedermanns Sache, die Tiefgarage am Opladener Verwaltungsgebäude Goetheplatz. Zumindest war das vor der Sanierung, die kürzlich abgeschlossen wurde, so. "Die Tiefgarage war dunkel und irgendwie schmuddelig", sagt Horst Klein, Mitarbeiter der Stadt. Das habe sich durch den Umbau verändert. "Ich finde die Garage nun richtig freundlich", betont Klein, der häufig aus dienstlichen Gründen in der Tiefgarage parkt. "Sogar der Boden glänzt."

Die Einfahrt ist relativ eng, aber an den Seiten beleuchtet. Das obere Geschoss, das Frauen und Menschen mit Behinderung vorbehalten ist, wirkt nun hell und geräumig. Die Decken sind weiß, die Wände weiß-blau angestrichen. Statt drei gibt es nach dem Umbau nun fünf Behindertenparkplätze. Zwei weitere Plätze in der oberen Ebene sind von der Stadt als Ladezone gekennzeichnet.

Im Eingangsbereich befindet sich eine Kamera, darunter ein Notruf-Knopf. Im Zufahrtsbereich zum ersten Untergeschoss ist eine weitere Kamera installiert. Schilder in den Treppenhäusern weisen Besucher auf die Überwachung hin.

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Bis 16.30 Uhr sind nur die beiden oberen Geschosse (59 Parkplätze) für den Normalbürger geöffnet. Die beiden unteren Etagen können bis dahin nur von Berechtigten mit "Codekarte" befahren werden, also von Mitarbeitern der Verwaltung, Ratsmitgliedern und Bezirksvertretern. Nach 16.30 Uhr stehen montags bis freitags bis 20 Uhr insgesamt 105 Parkplätze in der Tiefgarage zur Verfügung. Samstags ist die Tiefgarage von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Das Besondere an der rund 40 Jahre alten Garage: Es gibt keine Schranke, an der man ein Ticket zieht, sondern einen Parkscheinautomaten, der montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr gefüttert werden will. 60 Minuten kosten 60 Cent, je weitere zehn Minuten 20 Cent. Die Höchstgebühr beträgt 4,20 Euro.

Eine Mutter mit ihren beiden Kindern, die gestern einen Termin beim Jugendamt hatte, nutzte die Tiefgarage zum ersten Mal. "Die Frauenparkplätze waren alle belegt, deshalb musste ich im ersten Untergeschoss parken", erzählt die 33-Jährige. "In der oberen Ebene fühle ich mich sicher, unten war mir aber doch ein bisschen mulmig zumute", gesteht die Leverkusenerin.

Obwohl die Bezirksvertretung II im November vergangenen Jahres einstimmig beschlossen hat, dass bei "publikumswirksamen Großveranstaltungen" in Opladen möglichst mindestens ein Parkhaus geöffnet sein sollte, hätten die Parkplätze beim Stoffmarkt am vergangenen Sonntag in Opladen nicht ausgereicht, moniert Bezirksvertreter Hans-Erich Hofmann. "Schon kurz nach 9 Uhr füllte sich die Stadt, ab 10 Uhr kurvten ständig Fahrzeuge durch ganz Opladen und suchten verzweifelt nach Parkplätzen", heißt es in einem Schreiben Hofmanns an die Stadt. Gegen 12.30 Uhr sei Hofmann am Verwaltungsgebäude vorbeigefahren. "Das Tor zur Tiefgarage war natürlich verschlossen", schreibt der Bezirksvertreter weiter. "Warum wurde die Tiefgarage so gut und sinnvoll saniert? Die Verwaltung muss so flexibel sein, die Öffnungszeiten auszuweiten", betonte Hofmann im Gespräch. Das sei wichtig für Opladen.

"Wir hatten von dem Tuchmarkt keine Kenntnis", sagte Michael Molitor, Fachbereichsleiter Bezirke bei der Stadt, auf Anfrage. Normalerweise beantrage die Aktionsgemeinschaft Opladen eine Sonderöffnung. Das sei jedoch nicht geschehen. Die Vorsitzende der AGO befand sich in Urlaub und habe nichts von dem Markt gewusst — das geht aus einem Schriftwechsel zwischen Regine Hall-Papachristopoulos und Hofmann hervor. "Es wäre sinnvoll, wenn Ereignisse in Opladen noch besser abgestimmt werden, um solche Engpässe zu vermeiden", schreibt die AGO-Vorsitzende.

(RP)