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Stimmungsorkan im Leverkusener Festzelt der Neustadtfunken

Neustadtfunken : Stimmungsorkan im Festzelt auf dem Opladener Markt

Lange mussten die Organisatoren der Neustadtfunken nach einer Wetterwarnung bangen, dann nahm die Sitzung einen stürmischen Verlauf.

Schlaflose Nächte für die Neustadtfunken-Verantwortlichen, ständiger Blick auf die Wetter-Nachrichten: Zieht wieder ein Sturm durch Leverkusen? Orkantief Victoria als Spielverderber für die Besucher der Herrensitzung am Sonntagnachmittag? Fegt er das Festzelt auf dem Opladener Markplatz weg? Seit Mittwoch hatte die Nervosität bei den Vertretern der Neustadtfunken Opladen zugenommen. Die Befürchtung löste sich in Luft auf. Während der Veranstaltung wehte nur ein sanfter Wind. Da bestand eher die Gefahr, dass Biertische unter tanzenden und begeisterten Männern zusammenbrachen.

„Wir beobachten regelmäßig das Wetter, sehen uns verschiedene Wetterdienste an“, hatte am Samstagabend Stefan Hebbel, Präsident der Neustadtfunken im Telefonat mit der Redaktion bestätigt und ergänzt: „Wir warten ab und hoffen, dass alles gut wird.“ Als Polizist hat Hebbel gelernt: „Ruhe bewahren, Überblick verschaffen, entscheiden.“ Das Festzelt sei stabil mindestens bis Windstärke 10. Aber natürlich werde je nach Wind die Veranstaltung abgesagt, gestoppt und notfalls das Zelt frühzeitig geräumt. Menschen in Gefahr bringen wolle niemand, sagte zu Beginn der Herrensitzung Zeltveranstalter Johannes Brüls.

Kurze Zeit nach dem Telefonat mit Hebbel ploppt am Samstag gegen 19.30 Uhr „Nina“ auf den Handys auf. Der offizielle NRW-Meldedienst schreibt: „Amtliche Warnung vor Sturmböen: Sonntag 10 bis Montag 2 Uhr.“ Der Wetterexperten sprechen von „markantem Wetter“. Sturmböen bis 75 km/h seien möglich, in exponierten Lagen könnten es auch 85 km/h werden. Betroffene Gebiete: neben Leverkusen in der näheren Umgebung auch Köln, Düsseldorf, Leichlingen und der Rheinisch-Bergischen Kreis. Hebbel bestätigt: „Es gab bei uns auch Überlegungen, unsere Herrensitzung ganz zu verlegen, den Veranstaltungsort kurzfristig zu ändern.“ Die Besucher wären dann mit Shuttlebussen transportiert werden.

Die rund 400 fröhlichen Herren, die sich Sonntag zur Sitzung auf dem Opladener Markt trafen, bekamen von den Kopfschmerzen der Funkenführung nichts mit. Ab 15 Uhr ging es bis kurz nach 19 Uhr Schlag auf Schlag.

Gleich zum Auftakt der furiose und zu Recht gefeierte Auftritt der Neustadtfunken-Tanzgarde und des Traditionscorps. Publikum und Akteure kennen sich gut. Ein Herrennachmittag unter Freunden eben. Speziell bei den weiteren Tanznummern mit den „Palm Beach Girls“ und der Fauth Dance Company“ hopsten die Männer auf Stühlen und Tischen teils heftig mit.

Nach „Rabaue“ und „Lupo“ brachte die Leichlinger Band „Kärnseife“ das Zelt zum Kochen. Die Lautstärke erreichte knapp Presslufthammer-Niveau. Der Vorteil: Die Kunden des Cafes und der Restaurants am Markt bekamen Karnevalsmusik kostenfrei zu Eis und Schnitzel ins Ohr geblasen. Gemessen am Spaß der Zeltbesucher lautet unser Fazit: „Diese Sitzung war Spitze.“