Leverkusen: Steinberg erklärt, warum das Irre so menschlich ist

Leverkusen: Steinberg erklärt, warum das Irre so menschlich ist

Lachen macht schlank. Denn Lachen verbraucht Kalorien. Insofern dürften etliche Besucher nach dem Auftritt von René Steinberg schlanker aus dem Scala-Club hinausgegangen, als hinein gekommen sein. Der 44-jährige Kabarettist und Autor war dort zu Gast mit seinem Programm "Irres ist menschlich". Bekanntgeworden ist er unter anderem durch witzige Parodien seiner Galionsfigur, den einstigen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Um den Menschen solle es gehen, verkündete Steinberg. Obwohl das Menschliche zunehmend durch Gereiztheit und schlechte Laune verdrängt werde. Mit seinem Programm wolle er gegensteuern.

Der Mensch, sagte er, sei ein mit Fehlern behaftetes Wesen. Genau über diese Fehler könne und sollte man lachen. Seinem Navi einen Namen zu geben, sei eigentlich kein Fehler. Lustig sei es allemal. Viele tun es. Genau, wie sie ihre Geldscheine in der Börse immer nach dem gleichen System ordnen, WC-Rollen mit dem Blatt nach vorne aufhängen oder Schokokekse knabbern. "Halten wir fest", fasste Steinberg amüsiert zusammen. "Wir haben es mit erwachsenen Menschen zu tun, die unfassbare Dinge tun, wenn sie alleine sind. Das zeigt, Menschen sind nicht unbedingt von Vernunft geleitet." Wäre es anders, gäbe es keine FC Bayern München-Fans. Oder alle Packungen in Supermärkten wären weiß. Steinberg lachte mit seinen Opfern, nicht über sie. Doch es gab Ausnahmen. Wie bei Donald Trump. Klar sei, dass bei diesem Alphamännchen und seiner markanten Hamster-Frisur etwas gewaltig schief gelaufen sei. Selbst er als Comedian habe Probleme, räumte Steinberg ein: "Es ist schwierig, bei Trump noch einen obendrauf zu setzen."

Der Mülheimer packte "Sarko de Funès" noch einmal aus. Dazu holte er sich Hilfe aus dem Publikum. Ercihan Kurt - ein Mann mit türkischen Wurzeln - aus Leverkusen-Meckhofen stellte sich zu ihm auf die Bühne. Auf die Frage, ob er aufgeregt gewesen sei, antwortete Kurt: "Nein. Ich bin im Vertrieb tätig und rede öfter vor vielen Leuten."

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Was bei Steinberg besonders sympathisch wirkte, war sein Bekenntnis zur Menschlichkeit. Auch wenn es nicht immer leicht sei, wie er mit einem kürzlich gelesenen Zitat belegte: "Küssen ist die schönste Art, jemanden zum Schweigen zu bringen", schrieb dort jemand. Ein anderer kritzelte darunter: "Ein Schlag in die Fresse tut es auch."

(RP)