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Staugefahr? Längere Grünphase für Radfahrer in Leverkusen

In Schlebusch : Staugefahr? Längere Grünphase für Radfahrer

In den nächsten Tagen wird die Stadt Leverkusen die Ampelschaltung an einem wichtigen Schlebuscher Knotenpunkt verändern. Betroffen ist die Kreuzung Bergische Landstraße/Herbert-Wehner-Straße.

Hier soll der Radfahrer oder Fußgänger, der die Rechtsabbiegespur aus Richtung Mathildenhof in die Herbert-Wehner-Straße überqueren will, kürzer auf Grün warten müssen: künftig nur 25 Sekunden statt wie heute 35 Sekunden. Damit verkürzen sich allerdings gleichzeitig die Grünzeiten für den Auto- und Linienbusverkehr, sagte Straßenplaner Reinhard Schmitz am Donnerstag in der Sitzung der Bezirksvertretung III.

In seinem Antrag an den Bezirk analysierte der Bürger, der oft das Rad nutzt, dass der Radweg entlang der Odenthaler Straße und Herbert-Wehner-Straße durch Schlebusch und Alkenrath sich inzwischen als „eine Haupt-Radverkehrsader von Bergisch Gladbach und Odenthal zu den Leverkusener Stadtteilen Manfort, Wiesdorf, Küppersteg, Opladen und sogar bis nach Monheim und Langenfeld“ etabliert habe. Viele Radler nutzten dagegen den Dhünnradweg nicht mehr oder ungern, weil der Zustand teils zu schlecht sei.

Die von den Bezirksvertretern beschlossene Veränderung der Ampelschaltung soll testweise bis Juni nächsten Jahres gelten. Die Politiker räumten jedoch der Stadt das Recht ein, die alte Grün-Rot-Phasen-Regelung vorher wieder einzuschalten, wenn es zu größeren Verkehrsbehinderungen kommen sollte. Schmitz erwartet jetzt schon, dass sich etliche Autofahrer beschweren werden, wenn sie bald länger vor der ohnehin stark belasteten Schlebuscher Kreuzung warten müssen. „Dann müssen sie als Bezirkspolitiker die Kritik aber auch aushalten“, forderte Fachbereichsleiter Schmitz. Die Vertreterin des Fachbereichs Straßenverkehr, Conchita Laurenz, warnte: „Die Strecke in Schlebusch gilt als offizielle Autobahn-Umleitungsroute.“ Sprich: Wenn mal wieder die A1 besonders stark belastet ist, wird sich der Verkehr durch Schlebusch stauen, vor allem bei kürzeren Grünphasen für Kraftfahrzeuge.

Die Bevorzugung von Radfahrern ist im Zuge der Verkehrswende gewollt. Speziell an Kreuzungen könne es damit aber – auch an anderen Stellen im Stadtgebiet - zu Zeitkonflikten mit dem Linienbusverkehr kommen, der ja ebenfalls gegenüber dem Individualverkehr besser gestellt werden solle, warnte Schmitz. Diese Diskussionen werden in Leverkusen noch etliche Male in den nächsten Jahren geführt werden. Ziel der Städteplaner ist es, dem Autofahrer zugunsten von Fußgängern, Radlern und Linienbussen Verkehrsraum wegzunehmen – zur Steigerung der Lebensqualität.