Leverkusen: Starke Stimmen preisen den Herrn

Leverkusen: Starke Stimmen preisen den Herrn

Das Rachmaninov-a-Cappella-Ensemble sang in der Andreaskirche.

Das Rachmaninov-a-Cappella-Ensemble aus der Ukraine gastierte am Sonntagabend als Quartett in der Schlebuscher Sankt Andreas-Kirche. Kantor Martin Sanders zufolge sprechen die Akteure kein Deutsch, dennoch begrüßten sie rund 100 Zuhörer mit den einstudierten Worten: "Guten Abend. Wir freuen uns, bei Ihnen zu Gast sein zu dürfen und laden Sie zu einer musikalischen Reise durch die Ukraine ein." Diese Tour bestand in erster Linie aus traditionellen Gesängen der orthodoxen Kirche.

Die Gruppe bezieht ihren Namen vom berühmten russischen Komponisten Sergei Rachmaninov, dessen musikalisches Erbe sie inspiriert und begeistert. Im Vordergrund aller Werke stand die Liturgie und Vesper von Johannes Chrysostomus, dessen Texte Rachmaninov nicht nur tiefgründig erfasste, sondern auch durch Melodien ergänzte. Außer Rachmaninov ließen sich im Übrigen viele andere Komponisten wie etwa Claudio Monteverdi oder Anton Bruckner von den Psalmen und Hymnen liturgischer Abendgebete inspirieren. Und: Johannes Chrysostomus hieß ursprünglich Johannes von Antiochia. Er war Erzbischof von Konstantinopel, erhielt später den griechischen Beinamen "Chrysostomus" (Goldmund) und galt als einer der größten christlichen Prediger. In der östlich-orthodoxen Kirche wird er seit dem 10. Jahrhundert als einer von drei heiligen Hierarchen verehrt.

Zum Auftakt des Konzertes stimmten die Männer in Kutten das Lied "Kommt, lasset uns anbeten" an. Unter anderem mit den Liedern "Lobe den Herrn, meine Seele", "Preiset den Namen des Herrn" und "Du eingeborener Sohn" - alle in Landessprache vorgetragen - wurde das Programm fortgesetzt. Dabei verzichteten die Sänger aus Odessa auf Schnörkel, sondern setzten ganz auf ihre Stimmen. Und die haben es in sich.

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Die Intensität der geistlichen Lobgesänge, angereichert mit üppigen musikalischen Kontrasten in Lautstärke und Tempo, ließ niemanden kalt. Das war nicht nur Gesang, das war zugleich inbrünstiges Gebet, präsentiert auf andächtige wie auch dezent-fröhliche Weise.

Etliche Hörer gaben sich dem Genuss mit geschlossenen Augen hin. Wenn orthodoxe Christen in der Kirche singen, dann beten sie auch. Ein Unterschied zwischen Lied und Gebet machen sie nicht. Die Hymnen dienen einzig und allein der Anbetung Gottes und preisen die Schönheit seiner Schöpfung - ein höchst eindrucksvolles Erlebnis kurz vor Ostern.

Die Reihe "Abendmusik an Sankt Andreas" wird am Sonntag, 22. April, um 19.30 Uhr mit "Barocker Glanz und irische Lebensfreude" fortgesetzt. Martin Schröder (Trompete) und Hans-André Stamm (Orgel) tragen Werke von Bach, Händel, Mozart und Stamm vor.

(gkf)