Leverkusen: Stammbaum bis ins 15. Jahrhundert

Leverkusen: Stammbaum bis ins 15. Jahrhundert

Die Familie Wuppermann ist nicht zuletzt wegen des Stahlwerks eng mit Leverkusen verbunden. Die Stiftung der Familie, die bedürftigen Mitgliedern des weit verzweigten Clans hilft, wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Das feiern die Wuppermanns in der Wuppermann-Villa.

Schlebusch Die Wuppermann-Villa im gleichnamigen Park gehört zwar mittlerweile der Stadt, ist aber noch eng mit der Familie Wuppermann verbunden. Der Stahlfabrikant Heinrich Theodor Wuppermann (1835-1907) erwarb die Villa 1890 und wohnte dort. Nach seinem Tod gründete seine Frau Luise auf seinen Wunsch die Wuppermann-Stiftung. Dass die Familienstiftung in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, muss gefeiert werden. Und welcher Ort wäre besser dafür geeignet, als die Villa des Stiftungsgründers? So trifft sich der Wuppermann-Clan am 18. September in Schlebusch. Circa 130 Erwachsene und 30 Kinder sind bisher angemeldet. Aber der Familienverband, mittlerweile auf der ganzen Welt verstreut, ist natürlich viel größer.

Denn der weit verzweigte Stammbaum, der übrigens nur männliche Familienmitglieder auflistet, geht zurück auf das Jahr 1440. Der Urahn Nolde bei der Wupper kam, wie der Name sagt, aus (Wuppertal-)Barmen, damals als Stadt noch eigenständig, und war Garnbleicher. Selbst 300 Jahre später gab es dort den Hof "An der Wupper". Im Laufe der Jahrhunderte verteilten sich die Familienmitglieder. Heinrich Theodor übernahm 1878 einen Schmiedebetrieb in Leverkusen, aus dem letztlich die Wuppermann GmbH wurde.

Einmal im Jahr Versammlung

Der Fabrikant hatte einen großen Sinn für Familie. Deshalb lag ihm die Stiftung am Herzen, um der Familie "für die Dauer einen festen Zusammenhalt zu geben", wie der Stifter vor seinem Tod schrieb. Einmal im Jahr sollte es eine Versammlung geben, und das wurde auch eingehalten. "Nur im Zweiten Weltkrieg fand das Treffen zweimal nicht statt", erzählt Gustav Theodor Wuppermann, der Leverkusener Urenkel des Stiftungsgründers. Sein Urgroßvater selbst hatte acht Kinder, mit denen er in der Villa in Schlebusch lebte. Seine Familienstiftung sollte aber auch dazu dienen, bedürftigen Mitgliedern des Clans zu helfen. Um die 10 000 Euro pro Jahr kommen so aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen anderen zugute, die allerdings Mitglied im Familienverband sein müssen.

Gustav Theodor Wuppermann – der Name Theodor ist jeweils der Taufname des erstgeborenen Sohnes – lebte selbst nur ein paar Jahre nach dem Krieg in der Wuppermann-Villa. Für ihn ist die Nutzung als Bürgerzentrum "ideal". Er selbst wollte nicht dort wohnen und zweigte sich bereits 1964 einen Teil des Parks für sein Haus neben der Villa ab. Sein Vater lebte damals noch allein in der ehemaligen Sommerresidenz, die auch teilweise von der Firma Wuppermann genutzt wurde. 1983, in der größten Krise der Stahlindustrie, fusionierte die Stammfirma mit Krupp. Noch zehn Jahre zuvor hatte sie in Spitzenzeiten 2700 Mitarbeiter.

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Der einzige Wuppermann-Stammhalter in Leverkusen baute die neue Wuppermann AG auf, bei der er bis zum Juni diesen Jahres Vorsitzender war – mit immerhin 81 Jahren. Die AG besteht mittlerweile aus 16 stahlverarbeitenden Firmen in ganz Europa und insgesamt 1000 Mitarbeitern. Nur etwa 35 davon arbeiten in Verwaltung und Vertrieb in Leverkusen.

Siegelring mit Wappen

Auch wenn sich Gustav Theodor Wuppermann nur "bedingt" als Familienmensch sieht, trägt er den Siegelring mit dem Wappen der Wuppermanns und verweist nicht ohne Stolz auf die Familienporträts seiner Ahnen. 63 sind es in Öl, teilweise von berühmten Malern wie Karl Wilhelm Kolbe erstellt. Ähnlichkeiten werden bei den Treffen der Familienmitglieder immer gerne diskutiert.

Beim diesjährigen Jubiläumsfest gibt es wieder eine Festschrift, wie schon zum 50. Bestehen. Auch soll durch alte Geschichten das Leben der traditionsreichen Familie in der Wuppermann-Villa wieder aufleben. Dazu gehört sicher auch, dass Gustav Theodor als sechsjähriger Junge die Eiche neben dem Haus bei einem Familienfest höchsteigenhändig pflanzte.

(RP)
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