Stadtteilbibliothek vorübergehend Unterrichtsraum

Schulausschuss : Wasserschaden: Stadtteilbibliothek  zu

Wegen massiven Mängel im Vom-Stein-Gymnasium muss Unterricht ein halbes Jahr im Bibliothekstrakt stattfinden.

Der Unterricht für die betroffenen Schulklassen soll vorübergehend in den Räumen der Stadtteilbibliothek im Seitentrakt der Schule stattfinden.  Das sei die einzige Möglichkeit, bei laufendem Betrieb den erheblichen Schaden zu beheben, den ein undichtes Wasser-Rohr im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium  am vorletzten Wochenende verursacht hat, erklärte Dezernent Marc Adomat am Montag im Schulausschuss. Ziel sei es, nach den Herbstferien die sechs Räume wieder nutzen zu können, die nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Trocknung und Sanierung der unmittelbar betroffenen Räume werde sich allerdings sehr viel länger hinziehen. Die Bibliotheksräume seien die einzig verfügbare Ausweichfläche. Das sei inzwischen auch mit der Hauptstelle der Stadtbibliothek abgesprochen. Dazu müssten alle Bücher und Medien ausgeräumt und mit den abgebauten Regalen eingelagert werden.

„Es hat uns unheimlich viel Mühe gekostet, die Stadtteilbibliothek im Gebäude der Schule unterzubringen“, erinnerte Bernhard Marewski (CDU) und forderte, im   Protokoll festzuhalten, dass es eine Schließung auf Zeit sei. Nach der Sanierung müsse diese mit ehrenamtlicher Unterstützung  geführte Bibliothek wieder zugänglich öffentlich gemacht werden. Er argwöhnte, dass irgendwann argumentiert werde, man sei ja auch gut ohne die Dependance im Leverkusener Osten ausgekommen. „Ich halte diese Lösung für schlecht, denn was weg ist muss man erst wiederbeleben.“ Allerdings räumte er gleich darauf ein, auch keine bessere Lösung für das Problem zu wissen.

Als sie noch zur Schule ging, wurde das Wasser während der Ferien abgestellt, erinnerte sich Monika Ballin-Mayer-Ahrens (FDP). Damit wäre ein solcher Schaden vermieden worden. In diesem Fall wurde es allerdings so spät bemerkt, weil Wochenende war. Früher wohnte der Hausmeister auf dem Gelände und drehte auch am Abend nochmal seine Runde, erinnerte  Marewski an Zeiten, als der Schulhausmeister fast mehr Autorität als der Direktor. Da wäre ein Rohrbruch vermutlich eher aufgefallen. Immerhin sei das im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, nach Aula und Hausmeisterwohnung, nun schon der dritte Wasserschaden in relativ kurzer Zeit. Mancher wäre wohl vermeidbar gewesen oder zumindest glimpflicher ausgegangen, wenn ein Hausmeister vor Ort gewesen wäre.

Irgendwann habe die Politik beschlossen, feste Hausmeister an Schulen einzusparen und stattdessen die Pool-Lösung eingeführt. Es sei aber an der Zeit, die damals getroffene Entscheidung erneut zu überprüfen. Wenn man die erheblichen Sanierungskosten und Schäden durch Vandalismus gegenrechne, dann komme man vielleicht zu einem ganz anderen Ergebnis. Der Pedell oder klassische Schulhausmeister sei auf dem Grundstück zu Hause gewesen und habe sich entsprechend verantwortlich gefühlt für „sein“ Gebäude. Und er machte am Wochenende oder am späten Abend noch seinen Kontrollgang. „Politische Entscheidungen der Vergangenheit sind nicht unumstößlich.“

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