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Leverkusen: Stadtrat-Mehrheit bleibt bei "kurzem Tunnel"

Leverkusen : Stadtrat-Mehrheit bleibt bei "kurzem Tunnel"

Die Mehrheit der Stadträte und Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) bleiben dabei: Leverkusen braucht für die A1 Höhe Küppersteg einen kurzen Tunnel statt der Stelze.

Ganz anders gestern in der Sonderratssitzung des Rates und der BV 1 die Meinung der Fraktion Bürgerliste, eines Sprechers von Bürgerinitiativen und des SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach: Sie fordern einen langen Tunnel zwischen Kreuz und Köln-Niehl. Der Lärm verschwinde so unter der Erde, über Filteranlagen ließen sich Feinstaub und Abgase entsorgen. Auch der Fernverkehr auf der A 3 solle im Bereich Autobahnkreuz in einen Tunnel.

Die gemeinsame Sondersitzung - es fehlten 14 Rats- und zwei Bezirksvertreter - war von der Bürgerliste beantragt worden. Anlass: die jüngsten Untersuchungen der Autobahnbehörde Straßen.NRW. Sie lässt intensiver prüfen, ob die A 1 in Küppersteg Richtung Dortmund über eine (neue) Stelze geführt werden kann, während der Gegenverkehr in einem Tunnel läuft. Diese Prüfung ist keine Vorentscheidung. Denn: Straßen-NRW hat Zweifel, dass alle Gefahrenguttransporter durch den Tunnel rollen könnten. Firmen wie Bayer, Lanxess und der Chempark fordern, dass ihre Lkw die A 1 uneingeschränkt nutzen können.

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"Straßen.NRW hat die Ängste der Bürger nicht verstanden. Die Behörde schaut nur aufs Geld", sagte Friedrich Busch (FDP). Rüdiger Scholz (CDU) betonte: "Die Landesregierung setzt sich für Tunnel statt Stelze ein." Erhard Schoofs (Bürgerliste) bezweifelte das angesichts der neu angestoßenen Variantenuntersuchung. Karl Schweiger (Bürgerliste) prognostizierte: "Mit großer Wahrscheinlichkeit kommt doch die Mega-Stelze. Den Bürgern wird Sand in die Augen gestreut." Über einem Bürgerantrag zu dem Thema diskutierten die Ratspolitiker, wollten aber keinen Beschluss fassen, was die Antragsteller sehr ärgerte. Der Antrag der Bürgerliste wurde als "erledigt" abgehandelt.

Für den Bereich der Stelze hat Straßen.NRW 2015 neun Tunnel- und fünf Hochlagenvarianten untersucht. Ergebnis: "Der Bau eines Tunnels in diesem Abschnitt der A 1 ist technisch möglich." Auch die nun kritisierte Variante "Tunnel plus Hochstraße" wurde grob geprüft. Aber "aufgrund von Eingriffen in bebaute Bereiche frühzeitig verworfen", sagte damals die Ingenieure, denn die Variante würde den Abriss von sechs Wohnhäusern erfordern. Die Tunnelbetriebskosten für Beleuchtung, Belüftung, Brandmeldeanlage bezifferten die Ingenieure mit einer Mio. Euro pro Jahr. Wird eine Luftreinigungsanlage (ca. zehn Mio.) installiert, fallen zusätzliche Betriebskosten von 2,8 Mio. an, heißt es.

Welche Variante (Stelze ca. 300, kurzer Tunnel ca. 600 Mio.) gebaut wird, soll wohl Ende 2018 entschieden sein. Wird der Stelzenabschnitt mit dem Umbau des Kreuzes begonnen, könnte der Baustart 2025 sein. Bei getrennten Verfahren vermutlich erst 2030.

(US)